Versorgungsmedizinische Grundsätze

GdB-Tabelle nach der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV)


Versorgungsmedizinische Grundsätze GdB-Tabelle

Kapitel 3 – Nervensystem und Psyche

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3.1 Hirnschäden

EntscheidungEinordnung
BSG – 01.07.2019 – B 9 SB 19/19 BAusführliche Aufbereitung der Entscheidung →
BSG – 24.10.2019 – B 9 SB 1/18 RAusführliche Aufbereitung der Entscheidung →
BSG – 16.12.2021 – B 9 SB 7/19 RAusführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Baden-Württemberg – 11.03.2010 – L 6 SB 5968/08Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Baden-Württemberg – 21.06.2013 – L 8 SB 1998/10Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Baden-Württemberg – 07.12.2017 – L 6 SB 4071/16Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Baden-Württemberg – 15.09.2022 – L 6 SB 3312/20Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Berlin-Brandenburg – 02.02.2012 – L 13 SB 210/10LSG Berlin-Brandenburg, 02.02.2012 – L 13 SB 210/10 schwere kombinierte Hirnschadensfolgen; GdB 100
LSG Berlin-Brandenburg – 06.11.2014 – L 11 SB 178/10LSG Berlin-Brandenburg, 06.11.2014 – L 11 SB 178/10 Epilepsie; anfallsfrei mit/ohne Medikation
LSG Berlin-Brandenburg – 08.03.2018 – L 13 SB 28/17LSG Berlin-Brandenburg, 08.03.2018 – L 13 SB 28/17 Parkinson; GdB 80; G und B
LSG Berlin-Brandenburg – 20.12.2018 – L 13 SB 303/16LSG Berlin-Brandenburg, 20.12.2018 – L 13 SB 303/16 anderes extrapyramidales Syndrom; RLS
LSG Berlin-Brandenburg – 04.03.2008 – L 13 SB 219/06Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Berlin-Brandenburg – 30.03.2010 – L 11 SB 321/08Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Berlin-Brandenburg – 10.06.2010 – L 13 SB 124/07Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Berlin-Brandenburg – 14.10.2010 – L 13 SB 53/10Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Berlin-Brandenburg – 08.12.2010 – L 13 SB 112/07Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Berlin-Brandenburg – 02.02.2012 – L 13 SB 210/10Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Berlin-Brandenburg – 06.11.2014 – L 11 SB 178/10Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Baden-Württemberg – 21.06.2013 – L 8 SB 1998/10LSG Baden-Württemberg, 21.06.2013 – L 8 SB 1998/10 Spätfolgen eines Schädel-Hirn-Traumas; aktuelle Funktionsfolgen maßgeblich
LSG Baden-Württemberg – 15.09.2022 – L 6 SB 3312/20LSG Baden-Württemberg, 15.09.2022 – L 6 SB 3312/20 mittelschwere Leistungsbeeinträchtigung; Gesamtbewertung
Hessisches LSG – 28.01.2025 – L 3 SB 1/19Hessisches LSG, 28.01.2025 – L 3 SB 1/19 Hydrozephalus; Shunt und Folgeschäden
Hessisches LSG – 28.01.2025 – L 3 SB 86/23Hessisches LSG, 28.01.2025 – L 3 SB 86/23 CADASIL; funktionelle Anwendung von Nr. 3.1; GdB 50
LSG Niedersachsen-Bremen – 22.01.2026 – L 10 SB 158/22LSG Niedersachsen-Bremen, 22.01.2026 – L 10 SB 158/22 RLS/Polyneuropathie; Abgrenzung leichter Verlauf
LSG Niedersachsen-Bremen – 29.09.2023 – L 13 SB 123/22Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, 29.09.2023 – L 13 SB 123/22 verlangt einen allgemeinen und umfassenden Ausschluss vom Besuch öffentlicher Veranstaltungen. Dass Veranstaltungen erheblichen Stress auslösen, ein sozialer Rückzug besteht oder der Betroffene nur selten das Haus verlässt, genügt nicht automatisch.
LSG Nordrhein-Westfalen – 30.01.2019 – L 17 SB 149/17LSG Nordrhein-Westfalen, 30.01.2019 – L 17 SB 149/17 Epilepsie; Anfallshäufigkeit und Anfallsfreiheit
LSG Sachsen-Anhalt – 21.02.2011 – L 7 SB 52/10Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Sachsen-Anhalt – 22.02.2011 – L 7 SB 10/08Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
LSG Sachsen-Anhalt – 22.12.2011 – L 7 SB 46/10Ausführliche Aufbereitung der Entscheidung →
SG Düsseldorf – 17.01.2025 – S 27 SB 730/20SG Düsseldorf, 17.01.2025 – S 27 SB 730/20 Parkinson; On-/Off-Fluktuationen
SG Fulda – 22.10.2018 – S 6 SB 52/17SG Fulda, 22.10.2018 – S 6 SB 52/17 Hydrozephalus; GdB 60 im konkreten Funktionsbild

3.10 Multiple Sklerose

EntscheidungEinordnung
BSG – 16.03.2016 – B 9 SB 1/15 RHistorische Aussage nicht auf heutiges Recht übertragen: Das LSG stellte 2012 zusätzlich darauf ab, dass sich die Gehfähigkeit unter hoch dosierter Kortisonbehandlung zeitweise besserte und die Einschränkung deshalb nicht „dauernd“ im damaligen Sinne vorliege. Diese strenge Betrachtung ist durch die spätere BSG-Rechtsprechung – insbesondere BSG, 16.03.2016 – B 9 SB 1/15 R – und erst recht durch die heutige Legaldefinition des § 229 Abs. 3 SGB IX
LSG Baden-Württemberg – 07.12.2017 – L 6 SB 4071/16Die moderne gesetzliche Systematik wird bereits in LSG Baden-Württemberg, 07.12.2017 – L 6 SB 4071/16 und später in LSG Baden-Württemberg, 18.11.2021 – L 6 SB 2971/20 sowie erneut in LSG Baden-Württemberg, 10.04.2025 – L 6 SB 119/25 ausführlich erläutert. Diese Entscheidungen sind keine MS-Fälle ; sie sind aber als allgemeines Auslegungsmaterial wichtig, weil sie die Gesetzesbegründung zur Legaldefinition der außergewöhnlichen Gehbehinderung aufg
LSG Baden-Württemberg – 10.04.2025 – L 6 SB 119/25Die moderne gesetzliche Systematik wird bereits in LSG Baden-Württemberg, 07.12.2017 – L 6 SB 4071/16 und später in LSG Baden-Württemberg, 18.11.2021 – L 6 SB 2971/20 sowie erneut in LSG Baden-Württemberg, 10.04.2025 – L 6 SB 119/25 ausführlich erläutert. Diese Entscheidungen sind keine MS-Fälle ; sie sind aber als allgemeines Auslegungsmaterial wichtig, weil sie die Gesetzesbegründung zur Legaldefinition der außergewöhnlichen Gehbehinderung aufg
LSG Baden-Württemberg – 18.11.2021 – L 6 SB 2971/20Die moderne gesetzliche Systematik wird bereits in LSG Baden-Württemberg, 07.12.2017 – L 6 SB 4071/16 und später in LSG Baden-Württemberg, 18.11.2021 – L 6 SB 2971/20 sowie erneut in LSG Baden-Württemberg, 10.04.2025 – L 6 SB 119/25 ausführlich erläutert. Diese Entscheidungen sind keine MS-Fälle ; sie sind aber als allgemeines Auslegungsmaterial wichtig, weil sie die Gesetzesbegründung zur Legaldefinition der außergewöhnlichen Gehbehinderung aufg
LSG Niedersachsen-Bremen – 28.04.2022 – L 10 SB 50/19Die vom LSG Baden-Württemberg herangezogene Entscheidung des LSG Niedersachsen-Bremen, 28.04.2022 – L 10 SB 50/19 betrifft kein MS-Verfahren, zeigt aber den funktionsbezogenen Umgang mit einem ausgeprägten Fatigue-/CFS-Bild. Dort wurde eine starke Teilhabebeeinträchtigung analog Nr. 3.7 mit GdB 40 bewertet; die Diagnosezuordnung war weniger wichtig als das tatsächliche Funktionsniveau.
LSG Baden-Württemberg – 22.09.2016 – L 6 SB 2196/15Mehrere Entscheidungen sind für allgemeine Bewertungs- oder Merkzeichenfragen von Bedeutung, stellen jedoch keine unmittelbaren MS-GdB-Fälle dar oder beruhen auf einem anderen Krankheitsbild. Dazu gehören insbesondere LSG Baden-Württemberg, 22.09.2016 – L 6 SB 2196/15 (G/B bei anderer Gangstörung), LSG Baden-Württemberg, 18.11.2021 – L 6 SB 2971/20 (aG bei anderem Krankheitsbild), LSG Baden-Württemberg, 10.04.2025 – L 6 SB 119/25 (G/B/aG bei ande
LSG Baden-Württemberg – 09.05.2025 – L 12 SB 440/24Mehrere Entscheidungen sind für allgemeine Bewertungs- oder Merkzeichenfragen von Bedeutung, stellen jedoch keine unmittelbaren MS-GdB-Fälle dar oder beruhen auf einem anderen Krankheitsbild. Dazu gehören insbesondere LSG Baden-Württemberg, 22.09.2016 – L 6 SB 2196/15 (G/B bei anderer Gangstörung), LSG Baden-Württemberg, 18.11.2021 – L 6 SB 2971/20 (aG bei anderem Krankheitsbild), LSG Baden-Württemberg, 10.04.2025 – L 6 SB 119/25 (G/B/aG bei ande
BSG – 09.08.1995 – 9 RVs 14/94Die frühere Seite verwies hierzu auf BSG, 09.08.1995 – 9 RVs 14/94 . Dieses BSG-Urteil ist keine MS-Entscheidung ; es betrifft den allgemeinen Rechtsmechanismus der Herabsetzung nach Heilungsbewährung bei einer Krebserkrankung. Es kann den historischen Rechtsgedanken erklären, darf aber nicht als höchstrichterliche MS-Bewertungsentscheidung dargestellt werden.
Gerichtsentscheidung – 27.06.2006 – L 5 SB 118/03H LSG Saarland, 27.06.2006 – L 5 SB 118/03 Kein MS-Fall; allgemeine historische Heilungsbewährungsdogmatik, nennt MS als damalige Fallgruppe. Hintergrund, nicht als MS-GdB-Fall zitieren
LSG Sachsen-Anhalt – 18.09.2013 – L 7 SB 28/12Mehrere Entscheidungen sind für allgemeine Bewertungs- oder Merkzeichenfragen von Bedeutung, stellen jedoch keine unmittelbaren MS-GdB-Fälle dar oder beruhen auf einem anderen Krankheitsbild. Dazu gehören insbesondere LSG Baden-Württemberg, 22.09.2016 – L 6 SB 2196/15 (G/B bei anderer Gangstörung), LSG Baden-Württemberg, 18.11.2021 – L 6 SB 2971/20 (aG bei anderem Krankheitsbild), LSG Baden-Württemberg, 10.04.2025 – L 6 SB 119/25 (G/B/aG bei ande
Sächsisches LSG – 25.05.2005 – L 6 SB 55/04H Sächsisches LSG, 25.05.2005 – L 6 SB 55/04 Kein MS-Fall; allgemeine Heilungsbewährungsdogmatik, historische Nennung der MS. Hintergrund, nicht als MS-GdB-Fall zitieren
BSG – 18.04.2024 – B 3 KR 13/22 RMehrere Entscheidungen sind für allgemeine Bewertungs- oder Merkzeichenfragen von Bedeutung, stellen jedoch keine unmittelbaren MS-GdB-Fälle dar oder beruhen auf einem anderen Krankheitsbild. Dazu gehören insbesondere LSG Baden-Württemberg, 22.09.2016 – L 6 SB 2196/15 (G/B bei anderer Gangstörung), LSG Baden-Württemberg, 18.11.2021 – L 6 SB 2971/20 (aG bei anderem Krankheitsbild), LSG Baden-Württemberg, 10.04.2025 – L 6 SB 119/25 (G/B/aG bei ande
BSG – 18.04.2024 – B 3 KR 14/23 RMehrere Entscheidungen sind für allgemeine Bewertungs- oder Merkzeichenfragen von Bedeutung, stellen jedoch keine unmittelbaren MS-GdB-Fälle dar oder beruhen auf einem anderen Krankheitsbild. Dazu gehören insbesondere LSG Baden-Württemberg, 22.09.2016 – L 6 SB 2196/15 (G/B bei anderer Gangstörung), LSG Baden-Württemberg, 18.11.2021 – L 6 SB 2971/20 (aG bei anderem Krankheitsbild), LSG Baden-Württemberg, 10.04.2025 – L 6 SB 119/25 (G/B/aG bei ande
LSG Baden-Württemberg – 25.03.2021 – L 7 SO 2344/19Mehrere Entscheidungen sind für allgemeine Bewertungs- oder Merkzeichenfragen von Bedeutung, stellen jedoch keine unmittelbaren MS-GdB-Fälle dar oder beruhen auf einem anderen Krankheitsbild. Dazu gehören insbesondere LSG Baden-Württemberg, 22.09.2016 – L 6 SB 2196/15 (G/B bei anderer Gangstörung), LSG Baden-Württemberg, 18.11.2021 – L 6 SB 2971/20 (aG bei anderem Krankheitsbild), LSG Baden-Württemberg, 10.04.2025 – L 6 SB 119/25 (G/B/aG bei ande
Bayerisches LSG – 16.09.2008 – L 15 SB 16/08Bayerisches LSG, 16.09.2008 – L 15 SB 16/08 : Der Fall zeigt ergänzend, dass weder ein einzelner neuer Schub noch ein MRT-/Kontrastmittelbefund für sich allein einen bestimmten GdB festlegt. Ein Sachverständiger hatte nach einem neuen Schub mit Kontrastmittelaufnahme im Halsmark zeitweise GdB 50 für die MS vorgeschlagen. In der späteren Gesamtwürdigung stellte der Senat jedoch auf den inzwischen schubarmen Verlauf, fehlende aktuelle fokal-neurolo
BSG – 18.04.2024 – B 3 KR 7/23 RMehrere Entscheidungen sind für allgemeine Bewertungs- oder Merkzeichenfragen von Bedeutung, stellen jedoch keine unmittelbaren MS-GdB-Fälle dar oder beruhen auf einem anderen Krankheitsbild. Dazu gehören insbesondere LSG Baden-Württemberg, 22.09.2016 – L 6 SB 2196/15 (G/B bei anderer Gangstörung), LSG Baden-Württemberg, 18.11.2021 – L 6 SB 2971/20 (aG bei anderem Krankheitsbild), LSG Baden-Württemberg, 10.04.2025 – L 6 SB 119/25 (G/B/aG bei ande
LSG Baden-Württemberg – 04.10.2012 – L 3 SB 1084/12LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 04.10.2012 – L 3 SB 1084/12 : Auch diese Entscheidung betrifft unmittelbar Multiple Sklerose und das Merkzeichen aG, allerdings noch nach der alten Rechtslage. Beim Kläger bestanden eine MS mit Gangataxie, Blasen- und Mastdarmfunktionsstörung sowie eine erhebliche Sturzneigung. Ein orthopädischer Sachverständiger hatte die Gangataxie funktionell sogar einer Tetraplegie gleichgesetzt, eine Gehstrecke ohne Gehst
LSG Baden-Württemberg – 22.10.2021 – L 12 SB 3075/18Die Entscheidungen zeigen die Grenzen des EDSS besonders deutlich: In L 7 SB 95/07 lag bei einem stabilen Verlauf ein EDSS von 0,0 vor und der GdB wurde nach den verbliebenen Funktionsbeeinträchtigungen mit 30 bewertet. In L 12 SB 3075/18 waren die objektiven neurologischen MS-Ausfälle minimal; dennoch waren Fatigue, leichte Blasenproblematik und Therapie-Nebenwirkungen in die Funktionsbetrachtung einzubeziehen. In L 8 SB 1416/22 erfasste ein EDS
LSG Baden-Württemberg – 23.06.2023 – L 8 SB 1416/22Die Entscheidungen zeigen die Grenzen des EDSS besonders deutlich: In L 7 SB 95/07 lag bei einem stabilen Verlauf ein EDSS von 0,0 vor und der GdB wurde nach den verbliebenen Funktionsbeeinträchtigungen mit 30 bewertet. In L 12 SB 3075/18 waren die objektiven neurologischen MS-Ausfälle minimal; dennoch waren Fatigue, leichte Blasenproblematik und Therapie-Nebenwirkungen in die Funktionsbetrachtung einzubeziehen. In L 8 SB 1416/22 erfasste ein EDS
LSG Berlin-Brandenburg – 12.05.2011 – L 13 SB 276/08Die Entscheidungen zeigen die Grenzen des EDSS besonders deutlich: In L 7 SB 95/07 lag bei einem stabilen Verlauf ein EDSS von 0,0 vor und der GdB wurde nach den verbliebenen Funktionsbeeinträchtigungen mit 30 bewertet. In L 12 SB 3075/18 waren die objektiven neurologischen MS-Ausfälle minimal; dennoch waren Fatigue, leichte Blasenproblematik und Therapie-Nebenwirkungen in die Funktionsbetrachtung einzubeziehen. In L 8 SB 1416/22 erfasste ein EDS
LSG Berlin-Brandenburg – 23.03.2015 – L 13 SB 6/13Die Entscheidungen zeigen die Grenzen des EDSS besonders deutlich: In L 7 SB 95/07 lag bei einem stabilen Verlauf ein EDSS von 0,0 vor und der GdB wurde nach den verbliebenen Funktionsbeeinträchtigungen mit 30 bewertet. In L 12 SB 3075/18 waren die objektiven neurologischen MS-Ausfälle minimal; dennoch waren Fatigue, leichte Blasenproblematik und Therapie-Nebenwirkungen in die Funktionsbetrachtung einzubeziehen. In L 8 SB 1416/22 erfasste ein EDS
LSG Nordrhein-Westfalen – 18.11.2025 – L 21 R 815/21Einen zusätzlichen, aber nicht unmittelbar GdB-rechtlichen Vergleich liefert LSG Nordrhein-Westfalen, 18.11.2025 – L 21 R 815/21 . Im dortigen Rentenverfahren waren bei einer MS-Patientin bereits ein GdB von 80 sowie G, aG und B festgestellt. Medizinisch dokumentiert waren unter anderem eine paraspastische Gangstörung mit Nachziehen des linken Beines, Gehstock- und Rollatorbedarf, zeitweise nur 50 bis 100 m Gehstrecke, später residuale Tetraspast
LSG Sachsen-Anhalt – 17.08.2010 – L 7 SB 95/07Die Entscheidungen zeigen die Grenzen des EDSS besonders deutlich: In L 7 SB 95/07 lag bei einem stabilen Verlauf ein EDSS von 0,0 vor und der GdB wurde nach den verbliebenen Funktionsbeeinträchtigungen mit 30 bewertet. In L 12 SB 3075/18 waren die objektiven neurologischen MS-Ausfälle minimal; dennoch waren Fatigue, leichte Blasenproblematik und Therapie-Nebenwirkungen in die Funktionsbetrachtung einzubeziehen. In L 8 SB 1416/22 erfasste ein EDS
LSG Sachsen-Anhalt – 19.02.2014 – L 7 SB 6/10LSG Sachsen-Anhalt, 19.02.2014 – L 7 SB 6/10 ist hierfür ein besonders aussagekräftiger MS-Fall. Trotz GdB 100 und schwerster Mobilitätseinschränkung wurde RF verneint, weil die Klägerin nicht praktisch an das Haus gebunden war; sie arbeitete und nahm außerhäusliche Möglichkeiten wahr. Auch eine erhebliche Harn- bzw. Stuhlinkontinenz genügte nach dieser Rechtsprechung nicht allein, wenn zumutbare Hilfsmittel einen Veranstaltungsbesuch ermöglichte
LSG Sachsen-Anhalt – 21.02.2011 – L 7 SB 52/1030 → 40 LSG Sachsen-Anhalt, 21.02.2011 – L 7 SB 52/10 Fatigue und kognitive Einschränkungen; später objektivierte Defizite der Aufmerksamkeit, verlangsamte Arbeitsweise unter Zeitdruck, Fehlerzunahme, eingeschränktes verbales Gedächtnis und Exekutivfunktionen GdB 30 zunächst, GdB 40 ab objektivierter Verschlechterung; GdB 50 mangels mittelgradiger Hirnleistungsbeeinträchtigung abgelehnt.
LSG Sachsen-Anhalt – 22.12.2011 – L 7 SB 54/11V LSG Sachsen-Anhalt, 22.12.2011 – L 7 SB 54/11 Kein materieller GdB-Leitsatz: Zurückverweisung wegen ungeklärter Widersprüche im Gutachten. EM-Rente begründet nicht automatisch GdB 50. wichtig für Beweisrecht
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Gerichtsentscheidung – 11.05.2026 – S 52 SB 100/26 ERSG Bremen, 11.05.2026 – S 52 SB 100/26 ER gehört demgegenüber unmittelbar zum Schwerbehindertenrecht und betrifft ausdrücklich MS und aG. Der Beschluss ist deshalb für diese Seite von besonderem Gewicht. Zugleich zeigt er sehr plastisch die heutige funktionsbezogene Prüfung: Nicht die Diagnose MS, sondern das konkrete Mobilitätsbild – nur einzelne Schritte ohne Rollator, Rollstuhlabhängigkeit über 20 m, EDSS 7,5, schwere Spastik und motorische Fa
Gerichtsentscheidung – 23.08.2001 – S 2 SB 3/01Als historischer MS-spezifischer Untergerichtsfall ist SG Stade, 23.08.2001 – S 2 SB 3/01 bemerkenswert. Das SG hielt aG bei einem stetig progredienten MS-Leiden bereits für möglich, obwohl kürzeste Strecken noch nicht ausschließlich im Rollstuhl bewältigt werden mussten. Wegen des alten Rechts, der erstinstanzlichen Stellung der Entscheidung und der inzwischen vollständig geänderten gesetzlichen Norm darf daraus heute jedoch keine eigenständige
Gerichtsentscheidung – 18.09.2023 – B 3 KR 7/23 RVG Augsburg, 18.09.2023 – Au 7 K 23.12 zeigt zugleich, warum Rechtsgebiete strikt getrennt werden müssen. Im Fahrerlaubnisrecht wird MS hinsichtlich der motorischen Fähigkeiten nach Anlage 4 FeV als Erkrankung des Rückenmarks behandelt; für Fahrzeuge der Gruppe 2 gilt dort eine eigenständige Regelvermutung, von der nur in besonders begründeten Ausnahmefällen, etwa bei abortiven oder ungewöhnlich gut kompensierten Verläufen, abgewichen werden kann

3.11 Polyneuropathien

EntscheidungEinordnung
BSG – 28.11.2022 – B 9 SB 28/22 B28.11.2022 Bundessozialgericht B 9 SB 28/22 B keine eigene materielle GdB-Bewertung Nichtzulassungsbeschwerde und Sachaufklärung
BSG – 20.02.2019 – B 9 SB 67/18 B20.02.2019 Bundessozialgericht B 9 SB 67/18 B keine eigene materielle GdB-Bewertung Nichtzulassungsbeschwerde nach L 6 SB 4262/17
Hessisches LSG – 27.01.2026 – L 3 SB 80/2327.01.2026 Hessisches Landessozialgericht L 3 SB 80/23 kein höherer Einzel-GdB als 30 nachgewiesen Objektivierung, Beweislast und Abgrenzung einer behaupteten schweren Polyneuropathie
LSG Berlin-Brandenburg – 24.10.2019 – L 13 SB 158/17GdB 30 Deutlich stärker objektivierte Nervenschädigung und Funktionsstörung, insbesondere an den unteren Extremitäten, mit relevanter Gangbeeinträchtigung oder fortgeschrittener sensomotorischer Symptomatik. L 13 SB 158/17 ; L 13 SB 93/13
LSG Berlin-Brandenburg – 13.03.2012 – L 13 SB 58/11GdB 10 Vorwiegend sensible Beschwerden wie Kribbeln, Taubheit oder zeitweilige Schmerzen; keine oder keine relevanten motorischen Ausfälle; erhaltene Reflexe und weitgehend unauffälliges Gangbild; nur begrenzte Feinmotorikstörung. L 13 SB 58/11 ; L 6 SB 2562/10 ; L 7 SB 19/16 ; L 7 SB 55/17
LSG Berlin-Brandenburg – 07.12.2017 – L 13 SB 90/15Ein erheblicher Teil der neueren Rechtsprechung betrifft Polyneuropathien nach Chemotherapie. Die Spannbreite reicht von geringgradigen Handbeschwerden mit GdB 10 ( L 7 SB 19/16 ) über deutliche sensible, koordinative und ataktische Störungen mit GdB 20 ( L 13 SB 90/15 ) bis zu Sonderkonstellationen im sozialen Entschädigungsrecht ( L 10 VE 37/23 ).
LSG Berlin-Brandenburg – 13.03.2012 – L 13 SB 92/1113.03.2012 LSG Berlin-Brandenburg L 13 SB 92/11 keine materielle GdB-Entscheidung Erstattung eines Privatgutachtens im Widerspruchsverfahren
LSG Berlin-Brandenburg – 29.01.2015 – L 13 SB 93/13Eine Polyneuropathie kann die Voraussetzungen des Merkzeichens G wesentlich mitprägen, wenn sie die Gehfähigkeit funktionell entsprechend beeinträchtigt. In L 13 SB 93/13 wurde eine diabetische Polyneuropathie mit Gangstörung mit Einzel-GdB 30 berücksichtigt. Zusammen mit einer weiteren unmittelbar gehrelevanten Schmerzbeeinträchtigung erreichten die Auswirkungen funktionell das für G erforderliche Gewicht.
LSG Baden-Württemberg – 18.09.2025 – L 6 SB 1119/24GdB 20 Deutliche Sensibilitätsstörungen, Reizerscheinungen und neuropathische Schmerzen; Koordinations- oder Feinmotorikprobleme; leichte Ataxie oder Gangunsicherheit, jedoch noch ohne ausgeprägte Paresen oder Muskelatrophien. L 13 SB 90/15 ; L 6 SB 4262/17 ; L 8 SB 3245/09 ; L 6 SB 1119/24
LSG Baden-Württemberg – 13.12.2012 – L 6 SB 2562/10GdB 10 Vorwiegend sensible Beschwerden wie Kribbeln, Taubheit oder zeitweilige Schmerzen; keine oder keine relevanten motorischen Ausfälle; erhaltene Reflexe und weitgehend unauffälliges Gangbild; nur begrenzte Feinmotorikstörung. L 13 SB 58/11 ; L 6 SB 2562/10 ; L 7 SB 19/16 ; L 7 SB 55/17
LSG Baden-Württemberg – 14.10.2021 – L 6 SB 2703/2014.10.2021 LSG Baden-Württemberg L 6 SB 2703/20 therapiebedingte Folgen; Zuordnungsfrage Chemotherapiebedingte Polyneuropathie nach Brustkrebs
LSG Baden-Württemberg – 12.10.2011 – L 6 SB 3032/11Demgegenüber zeigt L 6 SB 3032/11 , dass eine Polyneuropathie mit auffälligen Messbefunden und subjektiv eingeschränkter Gehstrecke nicht automatisch genügt, wenn das Gangbild insgesamt noch ausreichend sicher ist und die Voraussetzungen nicht hinreichend auf organische Funktionsausfälle zurückgeführt werden können.
LSG Baden-Württemberg – 06.09.2018 – L 6 SB 4262/17GdB 20 Deutliche Sensibilitätsstörungen, Reizerscheinungen und neuropathische Schmerzen; Koordinations- oder Feinmotorikprobleme; leichte Ataxie oder Gangunsicherheit, jedoch noch ohne ausgeprägte Paresen oder Muskelatrophien. L 13 SB 90/15 ; L 6 SB 4262/17 ; L 8 SB 3245/09 ; L 6 SB 1119/24
LSG Baden-Württemberg – 17.10.2025 – L 8 SB 1469/25Für aG gelten erheblich strengere Anforderungen. L 8 SB 1469/25 verdeutlicht, dass auch eine sensomotorische Polyneuropathie zusammen mit weiteren Erkrankungen nicht ausreicht, wenn eine außergewöhnliche mobilitätsbezogene Teilhabebeeinträchtigung im konkreten Fall nicht festgestellt werden kann.
LSG Baden-Württemberg – 14.12.2012 – L 8 SB 3245/09GdB 20 Deutliche Sensibilitätsstörungen, Reizerscheinungen und neuropathische Schmerzen; Koordinations- oder Feinmotorikprobleme; leichte Ataxie oder Gangunsicherheit, jedoch noch ohne ausgeprägte Paresen oder Muskelatrophien. L 13 SB 90/15 ; L 6 SB 4262/17 ; L 8 SB 3245/09 ; L 6 SB 1119/24
LSG Niedersachsen-Bremen – 22.01.2026 – L 10 SB 158/2222.01.2026 LSG Niedersachsen-Bremen L 10 SB 158/22 Einzel-GdB 20 im kombinierten neurologischen Befund Restless-Legs-Syndrom und leichte Beinnervenschädigung/Polyneuropathie
LSG Niedersachsen-Bremen – 29.10.2025 – L 10 VE 37/23Ein erheblicher Teil der neueren Rechtsprechung betrifft Polyneuropathien nach Chemotherapie. Die Spannbreite reicht von geringgradigen Handbeschwerden mit GdB 10 ( L 7 SB 19/16 ) über deutliche sensible, koordinative und ataktische Störungen mit GdB 20 ( L 13 SB 90/15 ) bis zu Sonderkonstellationen im sozialen Entschädigungsrecht ( L 10 VE 37/23 ).
LSG Niedersachsen-Bremen – 28.06.2007 – L 13 SB 87/03über 30 Keine allgemeine Polyneuropathie-Tabelle. Bei erheblichen motorischen Ausfällen ist entsprechend Nr. 3.11 auf die Vergleichswerte für periphere Nervenschäden zurückzugreifen. Kombinationsdiagnosen dürfen nicht als isolierte PNP-Werte missverstanden werden. L 13 SB 87/03 als Warnbeispiel einer Komplexbewertung
Gerichtsentscheidung – 30.08.2017 – L 7 SB 19/16Ein erheblicher Teil der neueren Rechtsprechung betrifft Polyneuropathien nach Chemotherapie. Die Spannbreite reicht von geringgradigen Handbeschwerden mit GdB 10 ( L 7 SB 19/16 ) über deutliche sensible, koordinative und ataktische Störungen mit GdB 20 ( L 13 SB 90/15 ) bis zu Sonderkonstellationen im sozialen Entschädigungsrecht ( L 10 VE 37/23 ).
Gerichtsentscheidung – 01.12.2022 – L 7 SB 55/17GdB 10 Vorwiegend sensible Beschwerden wie Kribbeln, Taubheit oder zeitweilige Schmerzen; keine oder keine relevanten motorischen Ausfälle; erhaltene Reflexe und weitgehend unauffälliges Gangbild; nur begrenzte Feinmotorikstörung. L 13 SB 58/11 ; L 6 SB 2562/10 ; L 7 SB 19/16 ; L 7 SB 55/17

3.2 Narkolepsie

EntscheidungEinordnung
Gerichtsentscheidung – 17.06.2015 – L 13 SB 123/21Kernaussagen der Rechtsprechung 1. GdB 50 ist der reguläre Einstieg Teil B Nr. 3.2 VMG sieht für eine manifest ausgeprägte Narkolepsie im Regelfall den Rahmen 50–80 vor. Ein Wert unter 50 kommt nur bei einer atypisch gering ausgeprägten Ausnahme in Betracht. Die Verwaltung darf den VMG-Rahmen nicht durch ein eigenes Bewertungssystem ersetzen. SG Nordhausen, 17.06.2015 – S 25 SB 1489/14 2. Funktion vor Diagnoseetikett Entscheidend sind die Teilhab
Gerichtsentscheidung – 28.07.2020 – L 3 SB 15/17LSG Hamburg 28.07.2020 – L 3 SB 15/17 Negativer Nachweisfall Eine vermutete Narkolepsie wurde mangels medizinisch fundierten Nachweises nicht berücksichtigt; ein späterer Befund hatte sie ausdrücklich ausgeschlossen. Volltext auf dieser Website
Gerichtsentscheidung – 17.06.2015 – L 10 VE 11/24Kernaussagen der Rechtsprechung 1. GdB 50 ist der reguläre Einstieg Teil B Nr. 3.2 VMG sieht für eine manifest ausgeprägte Narkolepsie im Regelfall den Rahmen 50–80 vor. Ein Wert unter 50 kommt nur bei einer atypisch gering ausgeprägten Ausnahme in Betracht. Die Verwaltung darf den VMG-Rahmen nicht durch ein eigenes Bewertungssystem ersetzen. SG Nordhausen, 17.06.2015 – S 25 SB 1489/14 2. Funktion vor Diagnoseetikett Entscheidend sind die Teilhab
Gerichtsentscheidung – 17.06.2015 – L 13 SB 123/21Kernaussagen der Rechtsprechung 1. GdB 50 ist der reguläre Einstieg Teil B Nr. 3.2 VMG sieht für eine manifest ausgeprägte Narkolepsie im Regelfall den Rahmen 50–80 vor. Ein Wert unter 50 kommt nur bei einer atypisch gering ausgeprägten Ausnahme in Betracht. Die Verwaltung darf den VMG-Rahmen nicht durch ein eigenes Bewertungssystem ersetzen. SG Nordhausen, 17.06.2015 – S 25 SB 1489/14 2. Funktion vor Diagnoseetikett Entscheidend sind die Teilhab
Gerichtsentscheidung – 11.06.2026 – L 13 SB 282/22Abgrenzung zu anderen Schlafstörungen Idiopathische Hypersomnie Bei imperativen Schlafattacken und funktionell vergleichbarer Ausprägung kann eine Bewertung von GdB 50 gerechtfertigt sein, auch wenn die Diagnose „Narkolepsie“ nicht sicher gestellt ist. L 13 SB 123/21 Syndrom der verzögerten Schlafphase Keine schematische Analogie zu Nr. 3.2 VMG. Fehlen plötzlich auftretende Schlafattacken, Kataplexien und andere narkolepsietypische Symptome, ist
Gerichtsentscheidung – 08.11.2024 – L 13 VJ 4/20LSG Nordrhein-Westfalen 08.11.2024 – L 13 VJ 4/20 Impfschadensrecht; Narkolepsie Typ 1 Dokumentiert sind GdB 70 sowie G und B im Schwerbehindertenrecht. Ein Sachverständiger ordnete den Verlauf als mittelschwer mit Tendenz zur schweren Form ein und hielt GdS 70 für angemessen. Der Rechtsstreit selbst betrifft jedoch die Impfkausalität, nicht die GdB-Höhe. Urteilsseite

3.3 Hirntumoren

EntscheidungEinordnung
BSG – 22.12.2021 – B 9 SB 42/21 BBSG, 22.12.2021 – B 9 SB 42/21 B Rest eines gutartigen Hypophysentumors; offene materielle Frage der Bewertung; Verfahrensentscheidung Nichtzulassungsbeschluss
LSG Nordrhein-Westfalen – 13.02.2001 – L 6 SB 130/98LSG Nordrhein-Westfalen, 13.02.2001 – L 6 SB 130/98 historischer Fall; Akustikusneurinom und postoperative Folgen historische Vergleichsentscheidung
LSG Nordrhein-Westfalen – 26.03.2021 – L 13 SB 302/14LSG Nordrhein-Westfalen, 26.03.2021 – L 13 SB 302/14 gutartiger Hypophysenrest; ohne objektive neurologische Folgen kein eigener zusätzlicher Tumor-GdB materielle SB-Entscheidung
SG Aachen – 09.10.2018 – S 18 SB 1183/16SG Aachen, 09.10.2018 – S 18 SB 1183/16 Akustikusneurinom/Vestibularisschwannom; konkrete Funktionsfolgen maßgeblich materielle SB-Entscheidung
SG Düsseldorf – 30.06.2014 – S 35 SB 2298/12SG Düsseldorf, 30.06.2014 – S 35 SB 2298/12 Vorinstanz im Hypophysentumor-Komplex; Einordnung nur im Verfahrenszusammenhang materielle Vorinstanz

3.4 Geistige Leistungsfähigkeit

EntscheidungEinordnung
Bayerisches LSG – 02.12.2008 – L 15 SB 67/08Zur leichten bzw. kompensierten LRS: Bayerisches LSG – L 15 SB 67/08 und LSG Baden-Württemberg – L 6 SB 1627/09 PKH-B . Zum erfolgreichen Abitur/Studium als starkem Gegenindiz gegen eine besonders schwere schulische Beeinträchtigung: SG Braunschweig – S 11 SB 95/13 .
BSG – 09.03.2023 – B 9 SB 8/21 RVon zentraler Bedeutung für die heutige Rechtslage ist dagegen BSG, 09.03.2023 – B 9 SB 8/21 R . Das BSG stellt auf die typische Umgebung nach dem Verlassen eines Kraftfahrzeugs und ausdrücklich auch auf unbekannte Wege ab. Entscheidend ist die funktionelle Mobilität. Eine organisch vorhandene Gehfunktion kann rechtlich unzureichend sein, wenn der Betroffene sie aufgrund einer schweren mentalen Beeinträchtigung außerhalb vertrauter Situationen oh
BSG – 25.04.2018 – B 4 AS 19/17 RMethodisch zur analogen Bewertung: BSG – B 9 SB 4/21 R . Zur LRS als Behinderung in anderem sozialrechtlichem Kontext: BSG – B 4 AS 19/17 R .
BSG – 27.10.2022 – B 9 SB 4/21 RMethodisch zur analogen Bewertung: BSG – B 9 SB 4/21 R . Zur LRS als Behinderung in anderem sozialrechtlichem Kontext: BSG – B 4 AS 19/17 R .
LSG Baden-Württemberg – 13.11.2013 – L 3 SB 1102/133.4.1 Entwicklungsstörungen im Kleinkindesalter Bewertung GdB/GdS Umschriebene Entwicklungsstörung, leicht, ohne wesentliche Beeinträchtigung der Gesamtentwicklung 0–10 Sonstige umschriebene Entwicklungsstörung – bis zum Ausgleich 20–40 Besonders schwere Ausprägung 50 Globale Entwicklungsstörung, geringe Auswirkungen 30–40 Globale Entwicklungsstörung, starke Auswirkungen, z. B. EQ 70 bis über 50 50–70 Globale Entwicklungsstörung, schwere Auswirku
LSG Baden-Württemberg – 16.08.2024 – L 12 SB 1193/2316.08.2024 LSG Baden-Württemberg L 12 SB 1193/23 Nachweis LRS/ADS Objektivierung von Teilleistungsschwächen Volltext
LSG Baden-Württemberg – 18.05.2009 – L 6 SB 1627/09 PKH BZur leichten bzw. kompensierten LRS: Bayerisches LSG – L 15 SB 67/08 und LSG Baden-Württemberg – L 6 SB 1627/09 PKH-B . Zum erfolgreichen Abitur/Studium als starkem Gegenindiz gegen eine besonders schwere schulische Beeinträchtigung: SG Braunschweig – S 11 SB 95/13 .
LSG Baden-Württemberg – 21.02.2013 – L 6 SB 4007/123.4.1 Entwicklungsstörungen im Kleinkindesalter Bewertung GdB/GdS Umschriebene Entwicklungsstörung, leicht, ohne wesentliche Beeinträchtigung der Gesamtentwicklung 0–10 Sonstige umschriebene Entwicklungsstörung – bis zum Ausgleich 20–40 Besonders schwere Ausprägung 50 Globale Entwicklungsstörung, geringe Auswirkungen 30–40 Globale Entwicklungsstörung, starke Auswirkungen, z. B. EQ 70 bis über 50 50–70 Globale Entwicklungsstörung, schwere Auswirku
LSG Berlin-Brandenburg – 18.12.2014 – L 13 SB 69/14LSG Berlin-Brandenburg, 18.12.2014 – L 13 SB 69/14 IQ 76; Gesamtfunktion und Unterstützungsbedarf; GdB 50
LSG Berlin-Brandenburg – 06.02.2025 – L 11 SB 117/22LSG Berlin-Brandenburg, 06.02.2025 – L 11 SB 117/22 geistige Behinderung; GdB 80; Merkzeichen H nicht automatisch
LSG Berlin-Brandenburg – 06.02.2025 – L 11 SB 117/2280–90 IQ unter 60, stark eingeengte Bildungsfähigkeit und erhebliche Mängel im Spracherwerb, aber noch gewisse Teilselbständigkeit und Anpassungsmöglichkeiten L 11 SB 117/22 – GdB 80
LSG Berlin-Brandenburg – 14.12.2020 – L 11 SB 87/19LSG Berlin-Brandenburg – L 11 SB 87/19 arbeitet die abgestufte Bedeutung des GdB für Orientierungsstörungen heraus. Bekanntes, auswendig gelerntes Wegefinden ersetzt keine eigenständige Orientierung auf unbekannten Wegen. Ergänzend: LSG Nordrhein-Westfalen – L 21 SB 224/16 .
LSG Berlin-Brandenburg – 15.04.2010 – L 13 SB 10/08Bei Kindern sind Anleitung, Förderung und Überwachung besonders zu berücksichtigen. Zum Übergang ins Erwachsenenalter: LSG Nordrhein-Westfalen – L 13 SB 289/18 , LSG Niedersachsen-Bremen – L 10 SB 111/17 und LSG Sachsen-Anhalt – L 7 SB 10/07 . Zum Verhältnis von geistiger Behinderung mit GdB 100 und H: LSG Berlin-Brandenburg – L 13 SB 10/08 .
LSG Berlin-Brandenburg – 18.12.2014 – L 13 SB 69/1450 deutlich beeinträchtigte selbständige Lebensführung oder berufliche Integration; der IQ allein sperrt die Bewertung nicht L 13 SB 69/14 – IQ 76, GdB 50
LSG Berlin-Brandenburg – 23.07.2015 – L 11 SB 157/1123.07.2015 LSG Berlin-Brandenburg L 11 SB 157/11 GdB 80 / H-Kontext Entwicklungsverzögerung; Lernbehinderung; Übergang Erwachsenenalter Volltext
LSG Berlin-Brandenburg – 30.04.2014 – L 11 SB 67/11Die Fälle L 11 SB 67/11 und L 11 SB 157/11 verdeutlichen zusätzlich, dass Höhe des GdB und Hilflosigkeit getrennte Rechtsfragen bleiben.
LSG Niedersachsen-Bremen – 28.03.2019 – L 10 SB 111/17Bei Kindern sind Anleitung, Förderung und Überwachung besonders zu berücksichtigen. Zum Übergang ins Erwachsenenalter: LSG Nordrhein-Westfalen – L 13 SB 289/18 , LSG Niedersachsen-Bremen – L 10 SB 111/17 und LSG Sachsen-Anhalt – L 7 SB 10/07 . Zum Verhältnis von geistiger Behinderung mit GdB 100 und H: LSG Berlin-Brandenburg – L 13 SB 10/08 .
LSG Niedersachsen-Bremen – 30.05.2013 – L 10 VJ 1/09GdS 100: LSG Niedersachsen-Bremen – L 10 VJ 1/09 bei schweren Auswirkungen in sämtlichen Bereichen und stark eingeschränkten Eingliederungsmöglichkeiten.
LSG Nordrhein-Westfalen – 11.01.2019 – L 21 SB 224/16LSG Berlin-Brandenburg – L 11 SB 87/19 arbeitet die abgestufte Bedeutung des GdB für Orientierungsstörungen heraus. Bekanntes, auswendig gelerntes Wegefinden ersetzt keine eigenständige Orientierung auf unbekannten Wegen. Ergänzend: LSG Nordrhein-Westfalen – L 21 SB 224/16 .
LSG Nordrhein-Westfalen – 11.10.2019 – L 13 SB 289/18Bei Kindern sind Anleitung, Förderung und Überwachung besonders zu berücksichtigen. Zum Übergang ins Erwachsenenalter: LSG Nordrhein-Westfalen – L 13 SB 289/18 , LSG Niedersachsen-Bremen – L 10 SB 111/17 und LSG Sachsen-Anhalt – L 7 SB 10/07 . Zum Verhältnis von geistiger Behinderung mit GdB 100 und H: LSG Berlin-Brandenburg – L 13 SB 10/08 .
LSG Nordrhein-Westfalen – 19.12.2022 – L 6 SB 198/21Erwachsenenalter: LSG Nordrhein-Westfalen – L 6 SB 198/21 beschränkt den Unterabschnitt über kognitive Teilleistungsschwächen auf Schul- und Jugendalter und lehnt eine Analogie ab. Die zugelassene Revision B 9 SB 1/23 R endete durch Vergleich; ein materielles BSG-Urteil zu dieser Altersfrage existiert daher nicht.
LSG Nordrhein-Westfalen – 19.12.2022 – L 6 SB 198/21LSG Nordrhein-Westfalen, 19.12.2022 – L 6 SB 198/21 Legasthenie im Erwachsenenalter; Reichweite von Nr. 3.4.2; Herabsetzung auf GdB 40
LSG Sachsen-Anhalt – 05.05.2011 – L 7 SB 10/07Bei Kindern sind Anleitung, Förderung und Überwachung besonders zu berücksichtigen. Zum Übergang ins Erwachsenenalter: LSG Nordrhein-Westfalen – L 13 SB 289/18 , LSG Niedersachsen-Bremen – L 10 SB 111/17 und LSG Sachsen-Anhalt – L 7 SB 10/07 . Zum Verhältnis von geistiger Behinderung mit GdB 100 und H: LSG Berlin-Brandenburg – L 13 SB 10/08 .
SG Aachen – 16.10.2018 – S 18 SB 317/1770 oberes Ende des Rahmens bei deutlicher Nähe zu 80–90; erhebliche Zusatzdefizite in Sprache, Kulturtechniken, Motorik und Orientierung S 18 SB 317/17 – GdB 70
SG Aachen – 18.02.2020 – S 18 SB 181/18Eine starre Mindestgrenze von GdB 80 besteht nicht. Entscheidend ist der konkrete Hilfebedarf bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Siehe SG Aachen – S 18 SB 181/18 und SG Dessau-Roßlau – S 28 SB 50/22 .
SG Braunschweig – 12.12.2014 – S 11 SB 95/13Zur leichten bzw. kompensierten LRS: Bayerisches LSG – L 15 SB 67/08 und LSG Baden-Württemberg – L 6 SB 1627/09 PKH-B . Zum erfolgreichen Abitur/Studium als starkem Gegenindiz gegen eine besonders schwere schulische Beeinträchtigung: SG Braunschweig – S 11 SB 95/13 .
SG Braunschweig – 12.12.2014 – S 11 SB 95/13SG Braunschweig, 12.12.2014 – S 11 SB 95/13 Nr. 3.4.2 und Erwachsenenalter; keine Analogie bei fehlender planwidriger Lücke
SG Dessau-Roßlau – 30.07.2025 – S 28 SB 139/21SG Dessau-Roßlau, 30.07.2025 – S 28 SB 139/21 IQ/EQ, Verwaltungsverfahren und Zurückverweisung; nur nach Volltextinhalt verwenden
SG Dessau-Roßlau – 28.01.2026 – S 28 SB 50/22SG Dessau-Roßlau – S 28 SB 139/21 beanstandet die Festsetzung eines höheren GdB für eine Entwicklungsstörung ohne belastbare IQ-/EQ-Ermittlung besonders deutlich. SG Dessau-Roßlau – S 28 SB 50/22 verlangt bei komplexen kinder- und jugendpsychiatrischen Sachverhalten regelmäßig eine einschlägig fachärztliche Begutachtung und grundsätzlich eine persönliche gutachterliche Untersuchung.
SG Dessau-Roßlau – 30.07.2025 – S 28 SB 139/21SG Dessau-Roßlau – S 28 SB 139/21 beanstandet die Festsetzung eines höheren GdB für eine Entwicklungsstörung ohne belastbare IQ-/EQ-Ermittlung besonders deutlich. SG Dessau-Roßlau – S 28 SB 50/22 verlangt bei komplexen kinder- und jugendpsychiatrischen Sachverhalten regelmäßig eine einschlägig fachärztliche Begutachtung und grundsätzlich eine persönliche gutachterliche Untersuchung.
SG Karlsruhe – 15.02.2013 – S 1 SB 1094/1215.02.2013 SG Karlsruhe S 1 SB 1094/12 Abgrenzung 3.4 / 3.5 Entwicklungsstörung; Autismus; Zeitpunkt der Manifestation Volltext

3.5 Verhaltens- und emotionale Störungen

EntscheidungEinordnung
Gerichtsentscheidung – 14.07.2021 – L 13 SB 66/19Soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integrationsfähigkeit in Lebensbereiche (wie zum Beispiel Regel-Kindergarten, Regel- Schule, allgemeiner Arbeitsmarkt, öffentliches Leben, häusliches Leben) nicht ohne besondere Förderung oder Unterstützung (zum Beispiel durch Eingliederungshilfe) gegeben ist oder wenn die Betroffenen einer über das dem jeweiligen Alter entsprechende Maß hinausgehenden Beaufsichtigung bedürfen. M
BSG – 14.11.2013 – B 9 SB 5/13 BDas BSG hat deshalb in BSG, 14.11.2013 – B 9 SB 5/13 B eine LSG-Entscheidung aufgehoben. Wenn ein übliches Explorationsgespräch krankheitsbedingt nicht ohne Weiteres zumutbar ist, muss das Tatsachengericht geeignete behinderungsgerechte Möglichkeiten der Sachaufklärung ausschöpfen.
BSG – 11.08.2015 – B 9 SB 1/14 REin hoher Autismus-GdB führt nicht automatisch zu G. Entscheidend ist, ob die Behinderung die Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr funktionell erheblich beeinträchtigt. Für psychische und mentale Funktionsstörungen hat das BSG grundsätzlich anerkannt, dass sie Merkzeichen G begründen können: BSG, 11.08.2015 – B 9 SB 1/14 R .
BSG – 20.03.2017 – B 9 SB 54/16 BBSG, 20.03.2017 – B 9 SB 54/16 B Rückwirkende GdB-Feststellung – Verfahrensrecht Entscheidung öffnen →
BSG – 21.12.2017 – B 9 SB 61/17 BDavon zu unterscheiden ist die spätere Entscheidung BSG, 21.12.2017 – B 9 SB 61/17 B : Ein Anspruch darauf, die mündliche Gerichtsverhandlung selbst über mehrere Wochen als Online-Chat durchzuführen, besteht nicht. Barrierefreiheit ist innerhalb der gesetzlichen Prozessordnung herzustellen.
BSG – 27.08.2018 – B 9 SB 1/18 BBSG, 27.08.2018 – B 9 SB 1/18 B Nichtzulassungsbeschluss; der dort geschilderte GdB 30 stammt aus der Vorinstanz
BSG – 10.11.2022 – B 1 KR 28/21 REine besonders klare höchstrichterliche Bestätigung dieser Schwelle enthält das BSG, Urteil vom 10.11.2022 – B 1 KR 28/21 R . Zwar ging es dort um medizinisches Cannabis in der gesetzlichen Krankenversicherung und nicht um die Feststellung eines GdB. Das BSG zog Nr. 3.5.2 aber ausdrücklich als Schweregradmaßstab heran und stellte für die Größenordnung GdS 50 auf die ohne umfassende Unterstützung nicht gelingende Integration in zentrale Lebensbere
BSG – 17.04.2023 – B 9 SB 46/22 BBSG, 17.04.2023 – B 9 SB 46/22 B Merkzeichen H und B – Nichtzulassungsbeschwerde Entscheidung öffnen →
BSG – 11.12.2025 – B 9 SB 3/24 RAuch das LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 06.08.2024 – L 11 SB 200/21 ist kein reiner ADHS-Fall. Eine kindliche Verhaltensstörung wurde analog Nr. 3.5.2 mit GdB 40 bewertet. Das gesamte Urteil wurde später durch das BSG aufgehoben und zurückverwiesen. Die Aufhebung beruhte jedoch auf der Bewertung der Hämophilie. Das BSG bezeichnet die Bemessung der Verhaltensstörung ausdrücklich als von der Revision nicht mehr angegriffen; der Verfahrensfortga
BSG – 14.07.2026 – B 9 SB 19/26 BBSG, 14.07.2026 – B 9 SB 19/26 B Merkzeichen H – Nichtzulassungsbeschwerde Entscheidung öffnen →
Gerichtsentscheidung – 14.07.2021 – L 13 SB 66/19Soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integrationsfähigkeit in Lebensbereiche (wie zum Beispiel Regel-Kindergarten, Regel- Schule, allgemeiner Arbeitsmarkt, öffentliches Leben, häusliches Leben) nicht ohne besondere Förderung oder Unterstützung (zum Beispiel durch Eingliederungshilfe) gegeben ist oder wenn die Betroffenen einer über das dem jeweiligen Alter entsprechende Maß hinausgehenden Beaufsichtigung bedürfen. M
LSG Baden-Württemberg – 21.02.2013 – L 6 SB 4007/12Auch Landessozialgericht Baden-Württemberg, 21.02.2013 – L 6 SB 4007/12 und Sächsisches Landessozialgericht, 06.06.2017 – L 9 SB 253/13 ZVW zeigen, dass die bloße Diagnose bzw. Angeborenheit für eine beliebige Rückverlagerung des GdB-Beginns nicht genügt.
LSG Baden-Württemberg – 26.06.2015 – L 8 SB 318/13Der wichtigste Mischfall ist das LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 26.06.2015 – L 8 SB 318/13 . Dort wirkten atypischer Autismus und eine hyperkinetische Störung zusammen. Der Senat nahm mittlere soziale Anpassungsschwierigkeiten an, eröffnete den Rahmen 50–70 und setzte wegen noch vorhandener Alltagskompetenzen den unteren Wert 50 an. Diese Entscheidung ist deshalb ein wichtiger funktioneller Vergleich, aber kein Beleg für GdB 50 allein wegen AD
LSG Baden-Württemberg – 09.12.2021 – L 6 SB 1841/20Ähnlich beweisorientiert ist das LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 09.12.2021 – L 6 SB 1841/20 . Ein hoher ärztlicher GdB-Vorschlag wegen ADHS überzeugte nicht, weil Selbstbeurteilung, objektive Testung, Beobachtung und Berufsbiographie nicht schlüssig zusammenpassten.
LSG Baden-Württemberg – 13.01.2022 – L 6 SB 777/21In Erwachsenenfällen tritt die Längsschnittbetrachtung besonders deutlich hervor. Das LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 13.01.2022 – L 6 SB 777/21 verneinte ADHS-bedingte soziale Anpassungsschwierigkeiten. Ausschlaggebend waren erfolgreiche Ausbildung und Umschulung sowie eine berufliche Situation, in der sich die Betroffene wohlfühlte und sogar eine Erhöhung der Arbeitszeit erwogen worden war.
LSG Baden-Württemberg – 01.03.2024 – L 8 SB 634/23Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, 16.11.2022 – L 13 SB 120/21 und Hessisches Landessozialgericht, 21.09.2022 – L 3 SB 96/19 zeigen, dass allgemeine soziale Ängste oder der Wunsch nach Unterstützung nicht genügen, wenn die erforderliche Hilfe nicht verkehrsmittelspezifisch ist. Ebenso hat das LSG Baden-Württemberg in Landessozialgericht Baden-Württemberg, 01.03.2024 – L 8 SB 634/23 die Möglichkeit eines beruhigenden Telefongesprächs im Kri
LSG Baden-Württemberg – 26.03.2025 – L 5 KR 1703/239 26.03.2025 Landessozialgericht Baden-Württemberg, 5. Senat – L 5 KR 1703/23 Ergänzende krankenversicherungsrechtliche Entscheidung Keine GdB-Festsetzung; LSG stuft Erwachsenen-ADHS für § 31 Abs. 6 SGB V unter Rückgriff auf BSG/VersMedV als schwerwiegend ein.
Bayerisches LSG – 08.07.2026 – L 2 SB 105/23Dies zeigen besonders Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, 16.11.2022 – L 13 SB 120/21 sowie die neue Entscheidung Bayerisches Landessozialgericht, 08.07.2026 – L 2 SB 105/23 . Im bayerischen Fall bestanden Autismus mit GdB 70 sowie G und B . Dennoch wurde H nicht anerkannt. Der junge Erwachsene benötigte zwar ein deutliches Maß an Unterstützung bei Selbstorganisation und Kommunikation, konnte sich aber zeitweise über ein bis zwei Wochen im
LSG Berlin-Brandenburg – 19.12.2024 – L 11 SB 286/23LSG Berlin-Brandenburg, 19.12.2024 – L 11 SB 286/23 hyperkinetische Störung GdB 40; Gesamt-GdB 50 mit kardialem Leiden
LSG Berlin-Brandenburg – 23.06.2011 – L 11 SB 374/09Einen positiven Gegenfall bildet Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, 23.06.2011 – L 11 SB 374/09 . Dort begründeten erhebliche Kommunikations- und Sozialdefizite zusammen mit notwendiger Anleitung und Überwachung bei Verrichtungen der täglichen Grundpflege die Hilflosigkeit.
LSG Berlin-Brandenburg – 10.03.2016 – L 11 SB 257/13So wurde aG bei schweren autistischen Verhaltensstörungen und Weglauftendenzen in Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, 10.03.2016 – L 11 SB 257/13 sowie Landessozialgericht Hamburg, 14.05.2019 – L 3 SB 22/17 abgelehnt, solange der Betroffene körperlich gehen konnte und vor allem ständiger Führung oder Überwachung bedurfte.
LSG Berlin-Brandenburg – 06.08.2024 – L 11 SB 200/21Auch das LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 06.08.2024 – L 11 SB 200/21 ist kein reiner ADHS-Fall. Eine kindliche Verhaltensstörung wurde analog Nr. 3.5.2 mit GdB 40 bewertet. Das gesamte Urteil wurde später durch das BSG aufgehoben und zurückverwiesen. Die Aufhebung beruhte jedoch auf der Bewertung der Hämophilie. Das BSG bezeichnet die Bemessung der Verhaltensstörung ausdrücklich als von der Revision nicht mehr angegriffen; der Verfahrensfortga
LSG Berlin-Brandenburg – 19.12.2024 – L 11 SB 286/23Das LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2024 – L 11 SB 286/23 ist der klarste direkte Vergleichsfall. Der Senat bestätigte einen Einzel-GdB von 40 für hyperkinetische Störungen. Besonders wichtig ist seine Auslegung des Wortes „oder“ in Nr. 3.5.2: Für den Rahmen 30–40 genügt bereits eine der beiden Alternativen – Auswirkungen auf mehrere Lebensbereiche oder überaltersmäßige Beaufsichtigung. Im konkreten Fall waren sogar beide erfüllt.
LSG Baden-Württemberg – 26.06.2015 – L 8 SB 318/13LSG Baden-Württemberg, 26.06.2015 – L 8 SB 318/13 Autismus, ADHS und LRS; integrierte Bewertung; rückwirkende Feststellung
LSG Baden-Württemberg – 09.12.2021 – L 6 SB 1841/20LSG Baden-Württemberg, 09.12.2021 – L 6 SB 1841/20 ADHS; Diagnosebehauptung versus objektivierbare Funktionsbeeinträchtigung
LSG Baden-Württemberg – 13.01.2022 – L 6 SB 777/21LSG Baden-Württemberg, 13.01.2022 – L 6 SB 777/21 ADHS im Erwachsenenalter; fehlende relevante soziale Anpassungsschwierigkeiten
LSG Hamburg – 14.05.2019 – L 3 SB 22/17So wurde aG bei schweren autistischen Verhaltensstörungen und Weglauftendenzen in Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, 10.03.2016 – L 11 SB 257/13 sowie Landessozialgericht Hamburg, 14.05.2019 – L 3 SB 22/17 abgelehnt, solange der Betroffene körperlich gehen konnte und vor allem ständiger Führung oder Überwachung bedurfte.
Hessisches LSG – 21.09.2022 – L 3 SB 96/19Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, 16.11.2022 – L 13 SB 120/21 und Hessisches Landessozialgericht, 21.09.2022 – L 3 SB 96/19 zeigen, dass allgemeine soziale Ängste oder der Wunsch nach Unterstützung nicht genügen, wenn die erforderliche Hilfe nicht verkehrsmittelspezifisch ist. Ebenso hat das LSG Baden-Württemberg in Landessozialgericht Baden-Württemberg, 01.03.2024 – L 8 SB 634/23 die Möglichkeit eines beruhigenden Telefongesprächs im Kri
LSG Niedersachsen-Bremen – 16.11.2022 – L 13 SB 120/21LSG Niedersachsen-Bremen, 16.11.2022 – L 13 SB 120/21 Merkzeichen H/B beim Übergang ins Erwachsenenalter; tatsächliche Selbständigkeit entscheidend
LSG Niedersachsen-Bremen – 25.04.2018 – L 13 SB 93/17Bei tiefgreifenden Entwicklungsstörungen bestehen besondere kinderbezogene Bewertungsregeln. Gleichwohl zeigt Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, 25.04.2018 – L 13 SB 93/17 , dass H bei sehr jungen Kindern nicht rein schematisch aus der Autismusdiagnose hergeleitet werden darf. Erforderlich bleibt ein behinderungsbedingt erheblicher zusätzlicher Hilfebedarf gegenüber einem gesunden gleichaltrigen Kind.
LSG Niedersachsen-Bremen – 14.07.2021 – L 13 SB 66/191. Das Bewertungssystem des Teil B Nr. 3.5.1 VMG Ausmaß der sozialen Anpassungsschwierigkeiten GdB / GdS ohne soziale Anpassungsschwierigkeiten 10–20 leichte soziale Anpassungsschwierigkeiten 30–40 mittlere soziale Anpassungsschwierigkeiten 50–70 schwere soziale Anpassungsschwierigkeiten 80–100 Soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen nach den VMG insbesondere vor, wenn die Integration in Lebensbereiche wie Kindergarten, Schule, allgemeinen Arbei
LSG Niedersachsen-Bremen – 16.11.2022 – L 13 SB 120/21Dies zeigen besonders Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, 16.11.2022 – L 13 SB 120/21 sowie die neue Entscheidung Bayerisches Landessozialgericht, 08.07.2026 – L 2 SB 105/23 . Im bayerischen Fall bestanden Autismus mit GdB 70 sowie G und B . Dennoch wurde H nicht anerkannt. Der junge Erwachsene benötigte zwar ein deutliches Maß an Unterstützung bei Selbstorganisation und Kommunikation, konnte sich aber zeitweise über ein bis zwei Wochen im
LSG Nordrhein-Westfalen – 22.02.2024 – L 6 SB 160/23Ein besonders anschaulicher Vergleichsfall ist Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 22.02.2024 – L 6 SB 160/23 . Der Kläger hatte in der Schulzeit noch erhebliche Orientierungsprobleme, fehlendes Gefahrenbewusstsein und Schulbegleitung benötigt. Später hatte er jedoch eine Zimmererausbildung abgeschlossen, eine Vollzeitbeschäftigung aufgenommen, die Meisterschule besucht, selbst Auto gefahren, zeitweise auswärts allein gewohnt un
LSG Nordrhein-Westfalen – 09.05.2025 – L 13 SB 380/24 B ERDie Schwelle bleibt jedoch sehr hoch. In Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 09.05.2025 – L 13 SB 380/24 B ER bestanden frühkindlicher Autismus und Lennox-Gastaut-Syndrom, dazu bereits GdB 100 sowie G, B und H. aG wurde im Eilverfahren trotzdem nicht zugesprochen, weil eine dauernde schwerste mobilitätsbezogene Teilhabebeeinträchtigung nicht hinreichend glaubhaft gemacht war.
LSG Rheinland-Pfalz – 12.01.2021 – L 6 SB 113/19Das LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 12.01.2021 – L 6 SB 113/19 zeigt ein häufiges Problem: Konzentrations-, Merkfähigkeits- und Schlafstörungen können sich diagnostisch mit Depression, sozialer Phobie und ADHS überschneiden. Für den GdB kommt es nicht darauf an, jedem Symptom um jeden Preis eine einzelne Diagnose zuzuordnen. Entscheidend ist die nachgewiesene Teilhabeeinschränkung; Doppelbewertungen überlappender Funktionsfolgen sind zu vermeiden
Sächsisches LSG – 27.06.2016 – L 9 SB 115/13Ein positiver Fall ist Sächsisches Landessozialgericht, 27.06.2016 – L 9 SB 115/13 . Nach sachverständiger Beurteilung konnten die Teilhabedefizite bereits seit Geburt nachgewiesen werden; der GdB 50 wurde entsprechend rückwirkend festgestellt.
Sächsisches LSG – 06.06.2017 – L 9 SB 253/13 ZVWAuch Sächsisches Landessozialgericht, 06.06.2017 – L 9 SB 253/13 ZVW ist ein wichtiger Vergleichsfall. Beim dortigen Asperger-Syndrom waren die Integrationsfähigkeit in die Gesellschaft, den allgemeinen Arbeitsmarkt und das öffentliche Leben hochgradig beeinträchtigt. Kontakte bestanden weitgehend nur über das Internet, nähere emotionale Kontakte waren kaum möglich und auch die Selbstversorgung war beeinträchtigt. Der Senat hielt GdB 70 für angem
Thüringer LSG – 22.06.2023 – L 5 SB 220/21Zwei Entscheidungen sind hierfür besonders wichtig. In Thüringer Landessozialgericht, 22.06.2023 – L 5 SB 220/21 blieb ein GdB 70 bestehen. Der Betroffene arbeitete in einer Werkstatt für behinderte Menschen, konnte Wege und öffentliche Verkehrsmittel nicht selbständig bewältigen und benötigte weiterhin erhebliche Betreuung. Das Gericht ließ die Herabsetzung schon deshalb nicht zu, weil eine tatsächliche Besserung der Verhältnisse nicht bewiesen

3.5.1 Autismus – Rechtsprechungsübersicht

EntscheidungEinordnung
GdB Herabsetzungsverfahren ZeitpunktGdB Herabsetzungsverfahren
Schwerbehinderung Kündigungsschutz FristSchwerbehinderung, Gleichstellung und Kündigungsschutz

3.6 Schizophrene und affektive Psychosen

EntscheidungEinordnung
Bayerisches LSG – 28.07.2011 – L 15 SB 24/0728.07.2011 Bayerisches LSG – L 15 SB 24/07 Dysthymie/seelische Störung; eher Vergleich zu Nr. 3.7 und negative Indizien gegen höhere Bewertung.
BSG – 22.06.2015 – B 9 SB 72/14 B22.06.2015 BSG – B 9 SB 72/14 B Nichtzulassungsbeschluss; keine materielle Bestätigung der Vorinstanz.
LSG Baden-Württemberg – 07.12.2017 – L 6 SB 4936/1507.12.2017 LSG Baden-Württemberg – L 6 SB 4936/15 Nr. 3.6 ist bei Gesundheitsstörungen ohne psychotische Symptome nicht eröffnet; bei längerem schwankendem Verlauf ist ein Durchschnittswert maßgeblich.
LSG Baden-Württemberg – 13.02.2025 – L 6 SB 1545/2313.02.2025 LSG Baden-Württemberg – L 6 SB 1545/23 Paranoide Schizophrenie nicht im Vollbeweis; Diagnoseetikett allein genügt nicht. Selbst bei unterstelltem Residual begrenzte hohe Alltagsfunktionalität die Bewertung.
LSG Nordrhein-Westfalen – 02.07.2014 – L 10 SB 127/1202.07.2014 LSG Nordrhein-Westfalen – L 10 SB 127/12 Bipolar-affektive Erkrankung; hilfsweise Prüfung nach Nr. 3.6, aber keine tragende Gegenentscheidung zur späteren Linie L 6 SB 4936/15.

3.7 Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, Folgen psychischer Traumen

EntscheidungEinordnung
Bayerisches LSG – 20.05.2014 – L 15 SB 166/12Bayerisches LSG, Urteil vom 20.05.2014 – L 15 SB 166/12 geht noch grundsätzlicher vor: Im Schwerbehindertenrecht sind nicht die Diagnosen, sondern die nachgewiesenen Funktionsbeeinträchtigungen entscheidend. Ob eine Erkrankung exakt als PTBS, depressive Störung oder anders zu bezeichnen ist, kann deshalb für die GdB-Höhe zweitrangig sein, wenn die funktionellen Folgen feststehen.
BSG – 23.04.2009 – B 9 VG 1/08 RBSG, Urteil vom 23.04.2009 – B 9 VG 1/08 R hat die Heranziehung der Beiratskriterien zur Auslegung der Begriffe mittelgradige und schwere soziale Anpassungsschwierigkeiten gebilligt. Daraus folgt aber nicht, dass die Beiratsstufen schematisch auf den Bereich 30–40 übertragen werden dürfen.
BSG – 24.08.2017 – B 9 SB 24/17 BBSG, Beschluss vom 24.08.2017 – B 9 SB 24/17 B bestätigt die für Nr. 3.7 entscheidende Struktur: Die Begriffe der mittelgradigen und schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten werden erst bei den schweren Störungen relevant. Geringergradige Störungen besitzen mit der wesentlichen Einschränkung der Erlebnis- und Gestaltungsfähigkeit einen eigenen Bewertungsmaßstab.
BSG – 09.05.2022 – B 9 SB 75/21 BLSG Mecklenburg-Vorpommern, 14.10.2021 – L 3 SB 34/18: vollständige Gründe nicht verfügbar; Ergebnis/Verfahrensgang über BSG, Beschluss vom 09.05.2022 – B 9 SB 75/21 B gesichert.
BSG – 05.03.2025 – B 9 SB 36/24 BDiese Linie darf jedoch nicht zu einer gesetzlichen Voraussetzung umgedeutet werden. BSG, Beschluss vom 05.03.2025 – B 9 SB 36/24 B hat die im Beschwerdeverfahren aufgestellte These, eine unbehandelte psychische Erkrankung könne höchstens eine stärker behindernde, nicht aber eine schwere Störung darstellen, nicht als abstrakten Rechtssatz behandelt, sondern dem Bereich der Tatsachen- und Beweiswürdigung zugeordnet. Der Beschluss begründet daher k
LSG Baden-Württemberg – 17.12.2010 – L 8 SB 1549/10Mehrere Senate – besonders in Baden-Württemberg – ziehen die tatsächliche Behandlung als Plausibilitätsindiz für den Leidensdruck heran. LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 17.12.2010 – L 8 SB 1549/10 und LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 22.02.2018 – L 6 SB 4718/16 stehen für eine strengere Linie: Fehlt eine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung und ist zugleich die Alltagsfunktion weitgehend erhalten, kann dies deutlich gegen eine h
LSG Baden-Württemberg – 26.02.2015 – L 6 SB 4572/14Auch LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 26.02.2015 – L 6 SB 4572/14 verneinte einen höheren psychischen Wert. Obwohl teilstationäre und stationäre Behandlung stattgefunden hatten und ein Gutachter sogar eine schwere therapieresistente Persönlichkeitsstörung mit GdB 50 angenommen hatte, hielt der Senat die psychiatrischen Funktionsbeeinträchtigungen nur mit GdB 30 für belegt. Eine stationäre oder teilstationäre Behandlung kann ein gewichtiges Indiz
LSG Baden-Württemberg – 27.08.2015 – L 6 VG 2141/13LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 27.08.2015 – L 6 VG 2141/13 ist hierfür besonders anschaulich: Ein früher erheblich schwererer psychoreaktiver Zustand mit fehlender Tagesstruktur, Rückzug, Interessenverlust, Konzentrationsproblemen, eingeschränkter Selbstversorgung und Suizidgedanken hatte sich später so weit gebessert, dass nur noch GdS 30 gerechtfertigt war.
LSG Baden-Württemberg – 07.12.2017 – L 6 VG 4996/1550 Unterer Rand des Rahmens 50–70: Eine schwere Störung mit mittelgradigen sozialen Anpassungsschwierigkeiten ist belegt; erhebliche Restfähigkeiten in Haushalt, Freizeit oder Familie können dennoch fortbestehen. LSG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 12.12.2019 – L 7 SB 93/18 LSG Hamburg, Urteil vom 19.05.2022 – L 3 SB 7/19 LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 07.12.2017 – L 6 VG 4996/15 (GdS)
LSG Baden-Württemberg – 22.02.2018 – L 6 SB 4718/16Mehrere Senate – besonders in Baden-Württemberg – ziehen die tatsächliche Behandlung als Plausibilitätsindiz für den Leidensdruck heran. LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 17.12.2010 – L 8 SB 1549/10 und LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 22.02.2018 – L 6 SB 4718/16 stehen für eine strengere Linie: Fehlt eine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung und ist zugleich die Alltagsfunktion weitgehend erhalten, kann dies deutlich gegen eine h
LSG Baden-Württemberg – 24.07.2020 – L 12 SB 2021/19LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 24.07.2020 – L 12 SB 2021/19 bildet eine ausdrücklich formulierte Gegenlinie: Bei schwereren psychischen Störungen kann fehlende Therapie gerade Ausdruck fehlender Krankheits- und Behandlungseinsicht sein. Ebenso weist LSG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 12.12.2019 – L 7 SB 93/18 darauf hin, dass bei einer therapeutisch kaum zugänglichen Persönlichkeitsstörung eine geringe Behandlungsintensität nicht tragfähig gegen d
LSG Baden-Württemberg – 14.06.2024 – L 8 SB 1175/22LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 14.06.2024 – L 8 SB 1175/22 formuliert für den 8. Senat besonders streng, dass GdB 40 grundsätzlich eine an der Grenze zur schweren Störung liegende Einschränkung sowohl der Erlebnisfähigkeit als auch der Gestaltungsfähigkeit voraussetzt. Fehlen höhergradige Einschränkungen der Alltagsgestaltung, spricht dies regelmäßig gegen GdB 40.
LSG Baden-Württemberg – 16.08.2024 – L 12 SB 2906/22LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 16.08.2024 – L 12 SB 2906/22 ist ein guter positiver 40er-Fall und zugleich ein negativer 50er-Fall. Trotz Depression und Dysthymie bestanden noch erhebliche Alltagskompetenzen: Versorgung der Mutter, Kochen, Bügeln, Reinigung, Einkäufe und selbständiges Fahren. Zugleich fehlten Hobbys, Urlaube und weitgehend soziale Kontakte. Der Senat hielt deshalb GdB 40, nicht aber 50, für angemessen.
LSG Berlin-Brandenburg – 03.03.2011 – L 11 SB 155/09LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 03.03.2011 – L 11 SB 155/09 ist ein weiterer sauberer Grenzfall. Der Senat sah im maßgeblichen Zeitpunkt trotz psychischer Beschwerden nur einen Einzel-GdB von höchstens 20. Die geringe Behandlungsdichte war dabei ein Indiz, aber nicht der einzige Gesichtspunkt.
LSG Berlin-Brandenburg – 11.06.2014 – L 13 SB 51/10LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 11.06.2014 – L 13 SB 51/10 ist hierfür ein anschaulicher historischer Grenzfall. Der Senat bestätigte für den damals streitigen, am 06.11.2008 endenden Zeitraum GdB 20, weil die tatsächlichen Einschränkungen lediglich leicht waren. Aus dem Beiratsbeschluss vom 06./07.11.2008 leitete der Senat für diesen Zeitraum keinen Mindest-GdB 30 ab. Die Entscheidung sollte deshalb nicht als allgemeine Aussage verstanden wer
LSG Berlin-Brandenburg – 23.01.2015 – L 11 VU 24/10LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 23.01.2015 – L 11 VU 24/10 bildet den positiven Gegenpol im sozialen Entschädigungsrecht: aufgehobenes Leistungsvermögen, weitgehend weggefallener Freundes- und Bekanntenkreis, erhebliche partnerschaftliche Belastungen, langjähriger Behandlungsverlauf und weitere schwere psychische Auswirkungen trugen einen medizinischen GdS 80. Dass einzelne Reisen oder familiäre Restbeziehungen bestanden, stand dem nicht entge
LSG Berlin-Brandenburg – 23.09.2015 – L 11 SB 35/13LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 23.09.2015 – L 11 SB 35/13 behandelt Depression und psychogene Schmerz-/Fibromyalgiesymptomatik als einheitlichen psychischen Funktionskomplex und ist zugleich ein guter positiver GdB-40-Fall.
LSG Berlin-Brandenburg – 19.01.2017 – L 11 SB 144/14Umgekehrt beweist eine volle Erwerbsminderungsrente keinen GdB 50, 60 oder 70. LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.01.2017 – L 11 SB 144/14 und Sächsisches LSG, Urteil vom 26.11.2019 – L 9 SB 60/17 zeigen die Spannbreite: Erwerbsminderung bzw. Dienstunfähigkeit kann mit sehr unterschiedlichen GdB-Werten zusammentreffen. Für die GdB-Bewertung bleibt die gesamte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben maßgeblich.
LSG Berlin-Brandenburg – 10.05.2022 – L 11 SB 125/18Die Schwelle 50 ist eine der wichtigsten Streitfragen. LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 10.05.2022 – L 11 SB 125/18 verdeutlicht die zweistufige Prüfung: Zunächst muss eine schwere psychische Störung vorliegen; erst dann ist zu prüfen, ob mindestens mittelgradige soziale Anpassungsschwierigkeiten erreicht sind.
LSG Hamburg – 30.03.2010 – L 4 SB 11/09LSG Hamburg, Urteil vom 30.03.2010 – L 4 SB 11/09 führt denselben Gedanken für eine schizoide Persönlichkeitsstörung fort: Eine diagnostisch als schwer bezeichnete Persönlichkeitsstörung ist nicht automatisch eine schwere Störung im Sinne der VMG. Die konkrete Funktionsbeeinträchtigung entschied; trotz Schwierigkeiten blieben regelmäßige Arbeit und geordnete Familienverhältnisse erhalten, so dass GdB 30 ausreichte.
LSG Hamburg – 19.05.2022 – L 3 SB 7/1950 Unterer Rand des Rahmens 50–70: Eine schwere Störung mit mittelgradigen sozialen Anpassungsschwierigkeiten ist belegt; erhebliche Restfähigkeiten in Haushalt, Freizeit oder Familie können dennoch fortbestehen. LSG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 12.12.2019 – L 7 SB 93/18 LSG Hamburg, Urteil vom 19.05.2022 – L 3 SB 7/19 LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 07.12.2017 – L 6 VG 4996/15 (GdS)
LSG Niedersachsen-Bremen – 26.01.2017 – L 10 SB 39/16LSG Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 26.01.2017 – L 10 SB 39/16 : Arbeitsplatzverlust, Ängste, Grübeln, Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie später erheblicher sozialer Rückzug stützten einen psychischen Einzel-GdB von 30.
LSG Niedersachsen-Bremen – 26.05.2021 – L 13 SB 40/20LSG Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 26.05.2021 – L 13 SB 40/20 : erhaltene Tagesstruktur, familiäre Einbindung und Konzentrationsfähigkeit sowie ein nur niedrigintensives Behandlungsregime sprachen gegen eine stärker behindernde Störung; psychisch GdB 20.
LSG Niedersachsen-Bremen – 30.10.2024 – L 13 SB 81/21LSG Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 30.10.2024 – L 13 SB 81/21 ist ein besonders anschaulicher moderner Negativfall: Trotz komplexer PTBS, Depression und deutlicher sozialer Isolation blieb es bei GdB 30, weil die Klägerin Haushalt, Kinder, Schul- und Freizeitfahrten, Arzttermine sowie die Versorgung des erkrankten Ehemanns weitgehend eigenständig organisierte. Das zeigt, dass Isolation allein den oberen Rand 40 nicht erzwingt.
LSG Sachsen-Anhalt – 24.09.2015 – L 7 SB 72/14LSG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 24.09.2015 – L 7 SB 72/14 veranschaulicht das Verbot der Doppelbewertung: Soweit dieselben schmerzbedingten Funktions- und Teilhabefolgen bereits im Funktionssystem Gehirn einschließlich Psyche erfasst sind, dürfen sie nicht ein zweites Mal als eigenständige Erhöhung in einem anderen Funktionssystem verwertet werden.
LSG Sachsen-Anhalt – 14.12.2016 – L 7 SB 86/15LSG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 14.12.2016 – L 7 SB 86/15 zeigt ebenfalls, dass eine frühere stationär behandelte schwere depressive Phase mit Suizidgedanken nicht automatisch einen dauerhaft hohen GdB rechtfertigt, wenn nach Behandlung eine deutliche Remission und Wiedergewinnung von Alltag und familiären Ressourcen eintritt.
LSG Sachsen-Anhalt – 12.12.2019 – L 7 SB 93/18LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 24.07.2020 – L 12 SB 2021/19 bildet eine ausdrücklich formulierte Gegenlinie: Bei schwereren psychischen Störungen kann fehlende Therapie gerade Ausdruck fehlender Krankheits- und Behandlungseinsicht sein. Ebenso weist LSG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 12.12.2019 – L 7 SB 93/18 darauf hin, dass bei einer therapeutisch kaum zugänglichen Persönlichkeitsstörung eine geringe Behandlungsintensität nicht tragfähig gegen d
Sächsisches LSG – 26.11.2019 – L 9 SB 60/17Sächsisches LSG, Urteil vom 26.11.2019 – L 9 SB 60/17 ist ein ausgesprochen guter positiver 60er-Vergleich. Trotz Dienstunfähigkeit und erheblichem Rückzug bestanden noch eine langjährige intakte Ehe, selbständige Haushaltsführung und Einkäufe, Fahrradfahren, Urlaube, Betreuung von Kindern bzw. Pflegekind und zeitweise ehrenamtliche Tätigkeit. Das reichte für mittelgradige soziale Anpassungsschwierigkeiten im mittleren Bereich, nicht aber für 80.
Schleswig-Holsteinisches LSG – 13.02.2026 – L 2 VG 14/2470 Oberer Rand der mittelgradigen sozialen Anpassungsschwierigkeiten: In den verfügbaren Vergleichsfällen verdichten sich berufliche, soziale und alltagspraktische Einschränkungen erheblich; ein vollständiger Verlust jeder Selbständigkeit ist damit noch nicht zwingend verbunden. SG Aachen, Urteil vom 16.04.2013 – S 12 SB 1136/12 Schleswig-Holsteinisches LSG, Urteil vom 13.02.2026 – L 2 VG 14/24 (GdS-Übertragungsfall)
SG Aachen – 16.04.2013 – S 12 SB 1136/12SG Aachen, Urteil vom 16.04.2013 – S 12 SB 1136/12 schöpfte den Rahmen 50–70 nach oben aus: Erwerbsunfähigkeit, praktisch kein eigener Freundeskreis, nur seltenes und bevorzugt begleitetes Verlassen des Hauses sowie erhebliche Antriebs- und Interesselosigkeit standen noch vorhandenen familiären Restkompetenzen gegenüber. Gerade dieser Fall zeigt, dass GdB 70 nicht den vollständigen Verlust jeder Haushalts- oder Familienfunktion verlangt.

3.8 Psychotrope Substanzen

EntscheidungEinordnung
LSG Baden-Württemberg – 20.07.2018 – L 8 SB 1993/1720.07.2018 LSG Baden-Württemberg – L 8 SB 1993/17 Alkoholkonsum ist nicht automatisch Abhängigkeit; soziale Folgen und VMG-Kriterien müssen nachweisbar sein.
LSG Baden-Württemberg – 20.07.2022 – L 12 SB 3878/2120.07.2022 LSG Baden-Württemberg – L 12 SB 3878/21 Überschneidungen psychischer und suchtbezogener Störungen; keine Addition von Diagnosen.
LSG Niedersachsen-Bremen – 07.10.2011 – L 12 SB 21/0907.10.2011 LSG Niedersachsen-Bremen – L 12 SB 21/09 Nach Abstinenz und abgelaufener Heilungsbewährung kein GdB allein wegen abstrakter Rückfallgefahr.

3.9 Rückenmarkschäden

EntscheidungEinordnung
LSG Berlin-Brandenburg – 23.03.2015 – L 13 SB 6/1323.03.2015 LSG Berlin-Brandenburg – L 13 SB 6/13 Nr. 3.9 als Vergleichsmaßstab bei spinalen Ausfällen; GdB 50 im konkreten MS-Fall.
LSG Berlin-Brandenburg – 17.12.2019 – L 13 SB 187/1717.12.2019 LSG Berlin-Brandenburg – L 13 SB 187/17 Rückenmarkschädigung, GdB 80 sowie G/B, aber aG verneint.
LSG Baden-Württemberg – 20.09.2012 – L 6 U 192/1120.09.2012 LSG Baden-Württemberg – L 6 U 192/11 MdE-/Unfallversicherungsfall; medizinisch wertvoll zu Tetraparese und neurogener Blase/Mastdarm.
SG Lüneburg – 13.07.2006 – S 15 SB 115/0513.07.2006 SG Lüneburg – S 15 SB 115/05 Ältere aG-Rechtslage; anschauliches schweres Gangbild.