Versorgungsmedizinische Grundsätze

GdB-Tabelle nach der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV)



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Merkzeichen G – erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit

VersorgungsmedizinischeGrundsätze | Kommentar |Rechtsanwalt Reinhold Dotterweich

Versorgungsmedizinische Grundsätze · Merkzeichen · Rechtsprechung

Merkzeichen G: Voraussetzungen und Rechtsprechung

Das Merkzeichen G setzt eine erhebliche behinderungsbedingte Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr voraus. Die Rechtsprechung prüft nicht nur eine Gehstrecke, sondern Ursache, Art und funktionelle Schwere der Geh-, Gefahren- oder Orientierungsbeeinträchtigung.

Gesetzlicher Ausgangspunkt: Nach § 229 Abs. 1 SGB IX ist erheblich beeinträchtigt, wer infolge einer Einschränkung des Gehvermögens – auch durch innere Leiden – oder infolge von Anfällen oder Störungen der Orientierungsfähigkeit ortsübliche Fußwege nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten oder Gefahren für sich oder andere zurücklegen kann.

1. Grundbegriff und doppelte Kausalität

Merkzeichen G ist kein bloßes Synonym für eingeschränkte Mobilität. Das Gesetz verlangt, dass eine Behinderung die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt und gerade diese Behinderung die relevante Einschränkung des Gehvermögens, die konkrete Gefahr oder die Orientierungsstörung verursacht. Diese vom BSG herausgearbeitete doppelte Kausalität verhindert, dass allgemeine Konditionsschwäche, Trainingszustand, Tagesform oder bloße Vermeidung ohne behinderungsbedingte Funktionsstörung genügen.

BSG, 24.04.2008 – B 9/9a SB 7/06 R: doppelte Kausalität und funktionelle Betrachtung →

2. Die ortsübliche Wegstrecke: 2 km in etwa 30 Minuten

Historischer Ausgangspunkt ist BSG, 10.12.1987 – 9a RVs 11/87. Danach gilt eine Strecke von etwa zwei Kilometern, die in ungefähr einer halben Stunde zurückgelegt wird, als ortsübliche Fußwegstrecke. Die spätere Rechtsprechung hat aber klargestellt, dass daraus kein mechanischer Stoppuhrtest entsteht.

Merksatz: Die 2-km-/30-Minuten-Formel beschreibt die relevante Wegstrecke. Sie ersetzt nicht die Prüfung, warum die Strecke nicht bewältigt wird und ob eine gleich schwere behinderungsbedingte Funktionsbeeinträchtigung vorliegt.

Besonders deutlich: LSG Niedersachsen-Bremen, 06.11.2019 – L 13 SB 114/18 und LSG Baden-Württemberg, 24.10.2018 – L 3 SB 2660/16.

3. VMG-Regelfälle sind Vergleichsmaßstab – keine abschließende Liste

BSG, 13.08.1997 – 9 RVs 1/96 ist die zentrale Grundsatzentscheidung. Die ausdrücklich genannten Regelfälle legen den Vergleichsmaßstab fest. Eine nicht genannte Erkrankung kann G begründen, wenn ihre funktionellen Auswirkungen auf Gehfunktion, Gefahrenlage oder Orientierung gleich schwer sind.

Diese Linie wurde durch BSG 2015 und die aktuelle Adipositasrechtsprechung fortentwickelt.

4. Orthopädische Erkrankungen und GdB-Schwellen

Der klassische Regelfall liegt bei sich auf die Gehfähigkeit auswirkenden Funktionsstörungen der unteren Gliedmaßen und/oder Lendenwirbelsäule mit GdB wenigstens 50. Unter 50 kann G ebenfalls vorliegen, wenn sich die Behinderung besonders schwer auf die Gehfähigkeit auswirkt. Daraus folgt aber weder „GdB 40 = automatisch G“ noch „unter GdB 40 = niemals G“.

BayLSG, 28.01.1998 – L 18 SB 112/96 betont die selbständige Merkzeichenprüfung; LSG NRW, 11.01.2019 – L 21 SB 224/16 verlangt bei weiter vom Regelfall entfernten Funktionswerten eine besonders tragfähige Vergleichbarkeitsbegründung.

5. Mehrere Erkrankungen: funktionelle Gesamtwirkung

Mehrere Gesundheitsstörungen dürfen nicht isoliert nebeneinandergestellt werden, wenn sie dieselbe Gehfunktion beeinträchtigen. Entscheidend ist nicht die rechnerische Addition von Einzel-GdB, sondern die gemeinsame funktionelle Wirkung.

Positive Beispiele sind LSG Berlin-Brandenburg L 13 SB 12/08, L 13 SB 93/13 und LSG Saarland L 5 SB 30/16.

6. Adipositas und Merkzeichen G

Eine Adipositas führt nicht automatisch zu G. Ihre funktionellen Auswirkungen dürfen aber ebenfalls nicht ausgeblendet werden. BSG 2008 hat bereits eine Gesamtbetrachtung zugelassen.

2025 lehnte das LSG Niedersachsen-Bremen in L 13 SB 31/24 G noch ab, weil die Wegstreckenverkürzung im Wesentlichen dem Übergewicht zugerechnet wurde. Das BSG hob diese Entscheidung am 11.06.2026 in B 9 SB 1/25 R auf und sprach G zu. Nach dem offiziellen Terminbericht sind Adipositas, Schmerzen, orthopädische Einschränkungen und Atemnot in ihrer funktionellen Gesamtauswirkung zu betrachten.

Quellenhinweis: Zum BSG-Urteil vom 11.06.2026 liegen derzeit noch keine schriftlichen Urteilsgründe vor. Die Unterseite wertet nur den offiziellen Terminbericht aus.

7. Innere Leiden und neurologische Erkrankungen

§ 229 SGB IX nennt innere Leiden ausdrücklich. Entscheidend ist die tatsächliche Leistungsminderung: etwa bei schweren Herz-, Lungen-, Gefäß- oder Nierenerkrankungen. Auch neurologische Beeinträchtigungen wie Polyneuropathien können – allein oder zusammen mit Schmerzen und orthopädischen Leiden – relevant werden.

Vergleichsfälle: Polyneuropathie + Schmerzen – G bejaht und HessLSG 2026 – G verneint mangels hinreichender funktioneller Schwere.

8. Psychische und psychogene Gehbeeinträchtigungen

Die ältere Rechtsprechung war erheblich restriktiver und ließ psychische Ursachen teilweise nur bei Vergleichbarkeit mit Anfällen oder Orientierungsstörungen zu. Diese pauschale Beschränkung ist seit BSG, 11.08.2015 – B 9 SB 1/14 R überholt.

Heute ist zu unterscheiden: Beeinträchtigt die psychische Erkrankung spezifisch die Gehfunktion, können auch körperliche Regelfälle als Vergleichsmaßstab herangezogen werden. Bestehen dagegen nur Angst, Antriebsminderung, sozialer Rückzug oder allgemeines Vermeidungsverhalten ohne entsprechende Geh- oder Orientierungsstörung, reicht dies nicht.

EntscheidungErgebnis/LinieKernaussage
BSG 9. Senat, 10.05.1994 – 9 BVs 45/93historisch restriktivPsychische Verstimmungen, Antriebsminderung und Angst ohne Anfall/Orientierungsstörung genügen nach damaliger Linie nicht.
Landessozialgericht Baden-Württemberg 6. Senat, 12.10.2011 – L 6 SB 3032/11historisch restriktivNicht organisch bedingte Einschränkung wurde pauschal abgelehnt; so heute nicht mehr haltbar.
Landessozialgericht Baden-Württemberg 6. Senat, 28.10.2014 – L 6 SB 3619/13historisch restriktivPsychische Erkrankungen nur sehr eng erfasst; durch BSG 2015 in dieser Allgemeinheit überholt.
Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen 10. Senat, 16.10.2013 – L 10 SB 154/12G bejahtPsychosomatische/Schmerzstörung; Vorinstanz des BSG 2015.
BSG 9. Senat, 11.08.2015 – B 9 SB 1/14 RG bejaht – WendepunktPsychische Gehstörung kann außerhalb von Anfall/Orientierung mit orthopädischen Regelfällen verglichen werden.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, 22.06.2016 – L 13 SB 29/15G bejahtPsychogene Gangstörung: ohne Unterarmgehstützen keine 100 m, mit Gehstützen in 30 Minuten keine 300 m; fehlendes organisches Korrelat schließt G nicht aus.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, 25.02.2015 – L 13 SB 103/12G bejahtPsychogener Schwankschwindel / Gangstörung mit erheblicher funktioneller Auswirkung.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, 21.11.2019 – L 13 SB 63/18G bejahtSchwere Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren.
Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 5. Senat, 12.05.2023 – L 5 SB 34/21G verneintPanik/Agoraphobie ohne spezifische Gehfunktionsbeeinträchtigung.
Landessozialgericht Baden-Württemberg 8. Senat, 01.03.2024 – L 8 SB 634/23G verneintEmotionale Unterstützung und seltene psychogene Lähmungen reichen nicht.
Landessozialgericht Sachsen-Anhalt 7. Senat, 12.11.2024 – L 7 SB 56/22G verneintPsychische Diagnose ohne Orientierungsbeeinträchtigung reicht nicht.

9. Autismus

Autismus begründet G nicht automatisch. In Betracht kommen insbesondere eine erhebliche Orientierungsstörung oder eine regelmäßig auftretende psychisch-funktionelle Gehblockade. LSG Baden-Württemberg, 01.03.2024 – L 8 SB 634/23 zeigt die Grenze: emotionale Unterstützung, Angst vor ungewohnten Situationen und nur vereinzelte psychogene Lähmungen genügten nicht.

10. Geistige Behinderung, Orientierungsfähigkeit und Gehörlosigkeit

Bei geistiger Behinderung ist entscheidend, ob sich der Betroffene auf Wegen, die er nicht täglich bzw. ritualisiert benutzt, zurechtfinden kann. Besonders wichtig ist LSG Berlin-Brandenburg, 14.12.2020 – L 11 SB 87/19: Auswendig gelernte Alltagswege beweisen keine allgemeine Orientierungsfähigkeit.

Bei Gehörlosigkeit gilt im Kindesalter eine besondere Orientierungsregel. Im Erwachsenenalter genügt Gehörlosigkeit allein regelmäßig nicht; zusätzliche erhebliche Störungen der Ausgleichsfunktion sind erforderlich. Grundlegend ist BSG, 12.11.1996 – 9 RVs 5/95.

EntscheidungErgebnisKernaussage
BSG 9. Senat, 12.11.1996 – 9 RVs 5/95G/B nach 16 regelmäßig verneintGehörlosigkeit allein trägt nach Ende der kindbezogenen Orientierungsregel regelmäßig nicht mehr.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, 23.02.2012 – L 13 SB 313/09G/B-Entziehung bestätigtHörbehinderung nach Vollendung 16; Erwachsenenmaßstab.
Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 13. Senat, 09.09.2020 – L 13 SB 40/17G/B verneintSchrift-/Lesefähigkeit, Apps und digitale Stadtpläne können Orientierungsfähigkeit stützen.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 11. Senat, 14.12.2020 – L 11 SB 87/19G bejahtEingeübte Wege sind kein Beweis für Orientierung auf unbekannten Wegen.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, 09.02.2017 – L 13 SB 10/15G bejahtDemenz/geistige Behinderung mit relevanter Orientierungsstörung.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 11. Senat, 03.02.2025 – L 11 SB 11/23G verneintGehörlosigkeit/Gl und Rollator führen nicht automatisch zu G.

11. Anfallsleiden, Epilepsie und hypoglykämische Schocks

Bei Anfallsleiden kommt es auf Art, Häufigkeit, Tageszeit und konkrete Gefahrenlage an. Die bloß theoretische Möglichkeit eines Anfalls reicht nicht. Die ältere Rechtsprechung fordert, dass eine hohe Anfallsfrequenz die abstrakte Gefahr zu einer konkreten Gefahr im Straßenverkehr verdichtet.

EntscheidungEinordnungKernaussage
Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen 6. Senat, 31.05.1994 – L 6 Vs 111/93Theoretische Möglichkeit reicht nichtHohe Anfallsfrequenz muss abstrakte Gefahr zu konkreter Gefahr verdichten.
Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen 7. Senat, 28.05.1998 – L 7 SB 140/97Kinder/DiabetesBei Kleinkindern Vergleich mit einem Erwachsenen mit gleicher Gesundheitsstörung; theoretische Hypoglykämiegefahr reicht nicht.
Landessozialgericht Hamburg 3. Senat, 10.10.2017 – L 3 SB 21/15G verneintKeine ausreichend schwere der VMG-Typisierung entsprechende Konstellation.
SG Osnabrück 30. Kammer, 15.07.2020 – S 30 SB 90/19ergänzende SG-LinieMittlere Anfallshäufigkeit und Tagesanfälle werden konkretisiert.

Quellenstatus: Der Volltext von LSG Niedersachsen-Bremen, 11.11.2020 – L 13 SB 25/20 ist derzeit nicht verfügbar; die Entscheidung wird nur über gesicherte Zitatstellen verwendet.

12. Schubweise Beschwerden und atypische Gleichstellungsfälle

LSG Berlin-Brandenburg, 16.10.2014 – L 11 SB 255/13 verneinte G bei schubweisen CRMO-Schmerzen und lehnte eine einfache Gleichsetzung mit Anfallsleiden ab. Demgegenüber zeigt Schleswig-Holsteinisches LSG, 09.12.2014 – L 2 SB 15/13, dass auch eine nicht ständig identische Hitzeunverträglichkeit im Einzelfall G begründen kann. Maßgeblich sind Dauer, Häufigkeit, funktionelle Schwere und Vergleichbarkeit – nicht nur das Etikett „schubweise“.

13. Rollator, Gehstützen und andere Hilfsmittel

Ein Rollator beweist G nicht automatisch. Umgekehrt darf eine mit notwendigem Hilfsmittel mögliche Strecke nicht ohne Prüfung der zugrunde liegenden Funktionsbeeinträchtigung gegen G verwendet werden. Maßgeblich bleiben Ursache und funktionelle Schwere.

Negative Vergleichsfälle: LSG Berlin-Brandenburg L 13 SB 261/14 und LSG Berlin-Brandenburg L 11 SB 11/23.

14. Kinder und Kleinkinder

Auch bei Säuglingen und Kleinkindern wird G nach den medizinisch-funktionellen Kriterien beurteilt. Es wird nicht darauf abgestellt, dass ein gesundes Kind gleichen Alters ebenfalls keine zwei Kilometer selbständig im Straßenverkehr zurücklegen würde. LSG NRW, 28.05.1998 – L 7 SB 140/97 veranschaulicht dies für Diabetes und Notfallgefahren.

15. Entziehung des Merkzeichens G nach § 48 SGB X

Ein einmal festgestelltes G kann entzogen werden, wenn eine wesentliche Änderung der tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse eintritt. Bei Kindern/Jugendlichen können Alters- und Reifungsentwicklungen Bedeutung gewinnen. Zugleich muss der Aufhebungsbescheid formell und zeitlich hinreichend bestimmt sein.

EntscheidungThemaBedeutung
BSG 9. Senat, 12.11.1996 – 9 RVs 5/95Alters-/RechtsänderungWesentliche Änderung kann auch durch geänderte rechtliche Bedeutung von Tatsachen eintreten; maßgeblicher Zeitpunkt der Anfechtung.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, 23.02.2012 – L 13 SB 313/09Hörbehinderung / Vollendung 16Entziehung G/B nach Ende der kindbezogenen Regel bestätigt.
Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 13. Senat, 09.09.2020 – L 13 SB 40/17Gehörlosigkeit / BescheidZusätzlich wichtig zur Frage, welcher Zuerkennungsbescheid tatsächlich aufgehoben wurde.
Landessozialgericht Baden-Württemberg 8. Senat, 01.03.2024 – L 8 SB 634/23Autismus / ReifungEntziehung G/B bei gewachsener Selbständigkeit bestätigt.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, 11.11.2021 – L 13 SB 123/18BestimmtheitAufhebungsbescheide wegen unklaren zeitlichen Regelungsgehalts aufgehoben.

16. Abgrenzung zu B, aG und rentenrechtlicher Wegefähigkeit

B: Begleitbedarf bei öffentlichen Verkehrsmitteln ist eine andere Frage als die erhebliche Bewegungsbeeinträchtigung. B knüpft grundsätzlich an G, Gl oder H an. aG: setzt eine deutlich schwerere mobilitätsbezogene Teilhabebeeinträchtigung voraus. Rentenrechtliche Wegefähigkeit: ist kein identischer Prüfungsmaßstab; LSG Hamburg, 28.07.2020 – L 3 SB 5/17 stellt dies ausdrücklich klar.

17. Rechtsprechungsmatrix: G bejaht

EntscheidungPositive IndizienBedeutung
Bundessozialgericht, 11.06.2026 – B 9 SB 1/25 RAdipositas + Schmerzen + orthopädische Einschränkungen + Atemnot; Gehstrecke ca. 200–300 m mit HilfsmittelAktuellste BSG-Linie: funktionelle Gesamtschau.
BSG 9. Senat, 11.08.2015 – B 9 SB 1/14 RPsychische Gehstörung / Fibromyalgie mit gleich schweren Auswirkungen auf die GehfunktionPsychische Ursache nicht generell ausgeschlossen.
BSG 9. Senat, 24.04.2008 – B 9/9a SB 7/06 RMehrere körperliche Funktionsstörungen + Adipositas; Wegstrecke ca. 250 mAdipositas darf funktionell mitberücksichtigt werden.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 11. Senat, 14.12.2020 – L 11 SB 87/19Geistige Behinderung; nur ritualisiert eingeübte Wege selbständig, unbekannte Wege nichtOrientierungsstörung trotz bekannter Alltagswege.
Schleswig-Holsteinisches Landessozialgericht 2. Senat, 09.12.2014 – L 2 SB 15/13Ausgeprägte HitzeunverträglichkeitAtypischer Gleichstellungsfall außerhalb klassischer Regelfälle.
Landessozialgericht für das Saarland 5. Senat, 05.06.2019 – L 5 SB 30/16Mehrere auf die Gehfähigkeit einwirkende BeeinträchtigungenFunktionelle Wechselwirkung kann G tragen.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, 29.01.2015 – L 13 SB 93/13Diabetische Polyneuropathie + schmerzbedingte GehbeschränkungGemeinsame Wirkung mehrerer Faktoren.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, 19.12.2011 – L 13 SB 12/08Orthopädische Leiden + chronisch rezidivierender SchwindelInnere Leiden und Orthopädie gemeinsam betrachten.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, 25.02.2015 – L 13 SB 103/12Psychogene Gangstörung / SchwankschwindelPositiver psychogener Vergleichsfall.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, 22.06.2016 – L 13 SB 29/15Psychogene Gangstörung; ohne Gehstützen unter 100 m, mit Gehstützen unter 300 m in 30 MinutenG bejaht; ausgeprägte funktionelle Gehbeeinträchtigung trotz fehlenden hinreichenden organischen Korrelats.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, 27.11.2015 – L 13 SB 82/15Psychotische Störung mit relevanten Orientierungs-/PanikreaktionenG und B bejaht.

18. Rechtsprechungsmatrix: G verneint

EntscheidungNegative/fehlende IndizienBedeutung
Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 13. Senat, 06.11.2019 – L 13 SB 114/182 km/30 Minuten nicht vorrangig; spezifische gleich schwere Funktionsstörung fehlteErstinstanzliche G-Zuerkennung aufgehoben.
Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 5. Senat, 12.05.2023 – L 5 SB 34/21Panikstörung/Agoraphobie ohne spezifische Auswirkung auf die GehfunktionPsychische Diagnose allein reicht nicht.
Landessozialgericht Baden-Württemberg 8. Senat, 01.03.2024 – L 8 SB 634/23Autismus, emotionale Unterstützung, Angst, nur vereinzelte psychogene LähmungenKeine regelmäßige erhebliche Bewegungsbeeinträchtigung.
Landessozialgericht Sachsen-Anhalt 7. Senat, 12.11.2024 – L 7 SB 56/22Wahnhafte psychische Störung ohne relevante OrientierungsstörungG und B verneint.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, 10.05.2017 – L 13 SB 261/14Mit Hilfsmittel noch hinreichende Wegstrecke / keine gleich schwere FunktionsstörungRollator/Hilfsmittel allein beweist G nicht.
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 11. Senat, 16.10.2014 – L 11 SB 255/13Schubweise CRMO-SchmerzattackenNicht automatisch einem Anfallsleiden gleichzustellen.
Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 13. Senat, 09.09.2020 – L 13 SB 40/17Gehörlosigkeit bei erhaltener Schrift-/Lese- und digital unterstützter OrientierungG/B-Entziehung bestätigt.
Landessozialgericht Hamburg 3. Senat, 04.04.2022 – L 3 SB 2/20Schmerzen und sozialer Rückzug, keine hinreichende psychogene GangstörungWegstrecke muss nicht schmerzfrei sein.
Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 13. Senat, 20.08.2025 – L 13 SB 31/24Adipositas bei vom LSG angenommener fehlender klassischer Funktionsstörung2026 vom BSG aufgehoben – wichtiger Gegenpol.
Praktische Gesamtlinie: Entscheidend sind nicht Diagnose oder einzelne Zahlenwerte, sondern eine spezifische, behinderungsbedingte und den VMG-Regelfällen funktionell gleich schwere Beeinträchtigung. Besonders starke positive Indizien sind objektiv nachvollziehbare erhebliche Gehfunktionsstörungen, relevante Orientierungsstörungen, konkrete Anfallsgefahren oder eine schwere funktionelle Gesamtwirkung mehrerer Leiden. Gegen G sprechen bloße allgemeine Konditionsminderung, soziale Vermeidung, eine Diagnose ohne Funktionswirkung oder ein Hilfsmittel ohne entsprechend schwere Befunde.

19. Vollständiges Rechtsprechungsverzeichnis

Die Sammlung enthält 66 eigenständige Entscheidungs-/Quellenseiten. Reine BSG-Nichtzulassungsbeschlüsse werden gesondert als Verfahrensnachläufe eingeordnet. Zwei LSG-Volltexte sind derzeit nicht verfügbar und werden nicht rekonstruiert.

BSG-Nachläufe ansehen → · Quellenstatus / nicht verfügbare Volltexte →

DatumEntscheidungSchwerpunktErgebnisStatus
11.06.2026Bundessozialgericht, B 9 SB 1/25 RAdipositas / funktionelle GesamtschauG bejaht; LSG-Urteil aufgehoben (offizieller BSG-Terminbericht)BSG – Leit-/Sachentscheidung (Terminbericht; Gründe noch nicht veröffentlicht)
27.01.2026Hessisches Landessozialgericht 3. Senat, L 3 SB 80/23OrientierungsfähigkeitG verneintLSG – Sachentscheidung
16.01.2026Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen 13. Senat, L 13 SB 293/25Hörbehinderung / OrientierungG verneintLSG – Sachentscheidung
20.08.2025Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 13. Senat, L 13 SB 31/24Adipositas / funktionelle GesamtschauG verneint durch LSG; 2026 vom BSG aufgehobenLSG – Sachentscheidung
03.02.2025Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 11. Senat, L 11 SB 11/23Gehörlosigkeit / HilfsmittelG verneintLSG – Sachentscheidung
12.11.2024Landessozialgericht Sachsen-Anhalt 7. Senat, L 7 SB 56/22Psychische Störung / OrientierungG und B verneintLSG – Sachentscheidung
01.03.2024Landessozialgericht Baden-Württemberg 8. Senat, L 8 SB 634/23Autismus / Psychische Störung / § 48G verneint; Entziehung von G/B bestätigtLSG – Sachentscheidung
23.06.2023Landessozialgericht Baden-Württemberg 8. Senat, L 8 SB 436/22Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungG verneintLSG – Sachentscheidung
12.05.2023Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 5. Senat, L 5 SB 34/21Psychische Störung / Panik / AgoraphobieG und B verneintLSG – Sachentscheidung
04.04.2022Landessozialgericht Hamburg 3. Senat, L 3 SB 2/20Psychische Störung / Schmerzen / 2-km-RegelG verneintLSG – Sachentscheidung
11.11.2021Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 123/18§ 48 SGB X / BestimmtheitEntziehungsbescheide aufgehoben; bisherige Merkzeichenfeststellungen bleiben bestehenLSG – Sachentscheidung
14.07.2021Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 13. Senat, L 13 SB 13/21Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungG verneint bereits mangels Schwerbehinderteneigenschaft (GdB 50)LSG – Sachentscheidung
14.12.2020Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 11. Senat, L 11 SB 87/19Geistige Behinderung / OrientierungG bejaht; Orientierungsstörung auf unbekannten WegenLSG – Sachentscheidung (amtlicher Online-Volltext)
09.09.2020Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 13. Senat, L 13 SB 40/17Gehörlosigkeit / OrientierungsfähigkeitG und B verneint; Entziehung bestätigtLSG – Sachentscheidung
28.07.2020Landessozialgericht Hamburg 3. Senat, L 3 SB 5/17Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungG verneintLSG – Sachentscheidung
15.07.2020SG Osnabrück 30. Kammer, S 30 SB 90/19Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungErgänzende SG-Entscheidung zu Anfallsleiden; G im konkreten Fall verneintSG – ergänzend
14.05.2020Landessozialgericht Mecklenburg-Vorpommern 3. Senat, L 3 SB 41/15Adipositas / 2-km-RegelG verneintLSG – Sachentscheidung
21.11.2019Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 63/18Psychische / somatoforme SchmerzstörungG bejahtLSG – Sachentscheidung
06.11.2019Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 13. Senat, L 13 SB 114/182-km-Regel / orthopädischer VergleichsmaßstabG verneint; erstinstanzliche Zuerkennung aufgehobenLSG – Sachentscheidung
05.06.2019Landessozialgericht für das Saarland 5. Senat, L 5 SB 30/16Mehrfacherkrankungen / funktionelle GesamtschauG ab 21.09.2017 bejahtLSG – Sachentscheidung
11.01.2019Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen 21. Senat, L 21 SB 224/16Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungG verneint; Gleichstellung außerhalb der Regelfälle nicht ausreichend belegtLSG – Sachentscheidung
24.10.2018Landessozialgericht Baden-Württemberg 3. Senat, L 3 SB 2660/162-km-Regel / FunktionsmaßstabG verneintLSG – Sachentscheidung
16.10.2018Landessozialgericht Hamburg 3. Senat, L 3 SB 21/16Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungG verneintLSG – Sachentscheidung
08.03.2018Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 28/17Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungG bejahtLSG – Sachentscheidung
10.10.2017Landessozialgericht Hamburg 3. Senat, L 3 SB 21/15Orthopädie / Innere LeidenG verneintLSG – Sachentscheidung
27.09.2017Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 208/16Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungG bejahtLSG – Sachentscheidung
10.05.2017Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 261/14Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungG verneintLSG – Sachentscheidung
09.02.2017Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 10/15Demenz / OrientierungsfähigkeitG bejahtLSG – Sachentscheidung
21.12.2016Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 72/16Innere Leiden / MehrfacherkrankungenG bejahtLSG – Sachentscheidung
22.06.2016Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 29/15Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungG bejaht; psychogene Gangstörung mit hochgradig verkürzter GehstreckeLSG – Sachentscheidung (amtlicher Online-Volltext)
27.11.2015Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 82/15Psychotische Störung / Orientierung / BG und B bejahtLSG – Sachentscheidung
11.08.2015BSG 9. Senat, B 9 SB 1/14 RPsychische / psychogene GehbeeinträchtigungG bejaht; psychische Gehstörung kann anspruchsbegründend seinBSG – Leit-/Sachentscheidung
25.02.2015Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 103/12Psychogene Gangstörung / SchwankschwindelG bejahtLSG – Sachentscheidung
29.01.2015Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 93/13Neurologie / Polyneuropathie / SchmerzenG bejahtLSG – Sachentscheidung
09.12.2014Schleswig-Holsteinisches Landessozialgericht 2. Senat, L 2 SB 15/13Atypischer GleichstellungsfallG bejaht; Hitzeunverträglichkeit als atypischer GleichstellungsfallLSG – Sachentscheidung
28.11.2014Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 186/12Adipositas / funktionelle GesamtschauG verneintLSG – Sachentscheidung
12.11.2014Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 219/13Hörbehinderung / OrientierungG bejahtLSG – Sachentscheidung
29.10.2014Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 150/11OrientierungsfähigkeitG ab 01.01.2013 bejahtLSG – Sachentscheidung
28.10.2014Landessozialgericht Baden-Württemberg 6. Senat, L 6 SB 3619/13Historische psychische RechtsprechungG verneint; ältere restriktive psychische LinieLSG – Sachentscheidung
16.10.2014Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 11. Senat, L 11 SB 255/13Schubweise Beschwerden / GleichstellungG verneintLSG – Sachentscheidung
16.01.2014Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 51/12Psychogene Gangstörung / SchwankschwindelG bejahtLSG – Sachentscheidung
16.10.2013Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen 10. Senat, L 10 SB 154/12Psychische / psychosomatische GehstörungG bejaht; Vorinstanz zu BSG B 9 SB 1/14 RLSG – Sachentscheidung
15.02.2013Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 11. Senat, L 11 SB 137/11Hörbehinderung / OrientierungG verneintLSG – Sachentscheidung
06.02.2013Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 11. Senat, L 11 SB 245/10Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungG verneintLSG – Sachentscheidung
09.08.2012Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 10. Senat, L 10 SB 10/12Hörbehinderung / OrientierungG nur Vorfrage für B; Berufung ohne ErfolgLSG – Sachentscheidung
23.02.2012Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 313/09Gehörlosigkeit / § 48 SGB XG und B nach Vollendung des 16. Lebensjahres verneintLSG – Sachentscheidung
19.12.2011Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 13. Senat, L 13 SB 12/08Innere Leiden / Schwindel / MehrfacherkrankungenG bejahtLSG – Sachentscheidung
16.11.2011Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 11. Senat, L 11 SB 67/09Historische psychische RechtsprechungG verneintLSG – Sachentscheidung
12.10.2011Landessozialgericht Baden-Württemberg 6. Senat, L 6 SB 3032/11Historische psychische RechtsprechungG verneint; ältere restriktive psychische LinieLSG – Sachentscheidung
12.04.2011Landessozialgericht Hamburg 4. Senat, L 4 SB 7/09Historische psychische RechtsprechungG verneint; ältere restriktive psychische LinieLSG – Sachentscheidung
28.09.2010Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 11. Senat, L 11 SB 77/07Historische psychische RechtsprechungG verneint; ältere restriktive psychische LinieLSG – Sachentscheidung
21.04.2010Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen 10. Senat, L 10 SB 22/09Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungG nur Randthema; Berufung insgesamt zurückgewiesenLSG – Sachentscheidung
16.12.2009Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen 10. Senat, L 10 SB 39/09OrientierungsfähigkeitG materiell ohne Erfolg; Widerspruchsbescheid aus Zuständigkeitsgründen aufgehobenLSG – Sachentscheidung
11.12.2008Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 11. Senat, L 11 SB 193/08Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungG verneintLSG – Sachentscheidung
24.04.2008BSG 9. Senat, B 9/9a SB 7/06 RAdipositas / funktionelle GesamtschauG bejaht; Zusammenwirken von Behinderungen und AdipositasBSG – Leit-/Sachentscheidung
08.06.2006Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 11. Senat, L 11 SB 1021/05Adipositas / funktionelle GesamtschauG bejaht; Vorinstanz zu BSG B 9/9a SB 7/06 RLSG – Sachentscheidung
03.07.2002Sächsisches Landessozialgericht 1. Senat, L 1 SB 10/02Psychische / psychogene GehbeeinträchtigungG verneintLSG – Sachentscheidung
09.03.1999Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen 6. Senat, L 6 SB 84/98Adipositas / funktionelle GesamtschauG bejahtLSG – Sachentscheidung
28.05.1998Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen 7. Senat, L 7 SB 140/97Kinder / Diabetes / AnfallsvergleichKinder-/Diabetes-Vergleichsentscheidung; theoretische Notfallgefahr allein genügt nichtLSG – Sachentscheidung
28.01.1998Bayerisches Landessozialgericht 18. Senat, L 18 SB 112/96Adipositas / funktionelle GesamtschauG verneintLSG – Sachentscheidung
13.08.1997BSG 9. Senat, 9 RVs 1/96Regelfälle / GleichstellungG nicht abschließend entschieden; Zurückverweisung an das SGBSG – Leit-/Sachentscheidung
12.11.1996BSG 9. Senat, 9 RVs 5/95Gehörlosigkeit / § 48 SGB XG und B nach Vollendung des 16. Lebensjahres im Regelfall verneint; Entziehung bestätigtBSG – Leit-/Sachentscheidung
09.05.1995Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen 6. Senat, L 6 Vs 121/932-km-Regel / akute ZuständeG verneint bzw. nicht schon bei nur geringfügiger Überschreitung der 30-Minuten-OrientierungLSG – Sachentscheidung
31.05.1994Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen 6. Senat, L 6 Vs 111/93Anfallsleiden / EpilepsieRestriktive Anfallsrechtsprechung; theoretische Anfallsmöglichkeit genügt nichtLSG – Sachentscheidung
10.05.1994BSG 9. Senat, 9 BVs 45/93Historische psychische RechtsprechungG verneint; Nichtzulassungsbeschwerde unbegründetBSG – Leit-/Sachentscheidung
10.12.1987BSG 9a. Senat, 9a RVs 11/87Grundlagen / 2-km-RegelG bejaht; Revision des Beklagten ohne ErfolgBSG – Leit-/Sachentscheidung

20. Zusammenfassung der Prüfung

  1. Liegt eine Schwerbehinderung (GdB mindestens 50) vor?
  2. Welche konkrete Behinderung beeinträchtigt Gehvermögen, Orientierung oder verursacht Anfallsgefahren?
  3. Ist die Beeinträchtigung einem VMG-Regelfall unmittelbar zuzuordnen?
  4. Wenn nein: Sind die Auswirkungen funktionell gleich schwer wie bei einem Regelfall?
  5. Welche ortsübliche Wegstrecke ist behinderungsbedingt möglich – und warum?
  6. Wirken mehrere Erkrankungen auf dieselbe Gehfunktion zusammen?
  7. Bei psychischen Erkrankungen: wird das Gehen selbst oder die Orientierung erheblich beeinträchtigt, oder besteht nur Vermeidung/Angst?
  8. Bei Entziehung: liegt eine wesentliche Änderung nach § 48 SGB X vor und ist der Aufhebungsbescheid bestimmt?

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