Versorgungsmedizinische Grundsätze

GdB-Tabelle nach der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV)


Versorgungsmedizinische Grundsätze GdB-Tabelle

GdB Herzrhythmusstörungen 2026

Vorhofflimmern · paroxysmale Tachykardien · Herzschrittmacher · ICD · Schwerbehinderung

Rechtsstand: 24.10.2026 · Teil B Nr. 9.1 VersMedV

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Amtlicher Text

Teil B Nr. 9.1.6 VMG – Rhythmusstörungen

Die Beurteilung des GdB richtet sich vor allem nach der Leistungsbeeinträchtigung des Herzens.

Anfallsweise auftretende hämodynamisch relevante Rhythmusstörungen, bei fehlender andauernder Leistungsbeeinträchtigung des HerzensGdB 10–30
Nach Implantation eines HerzschrittmachersGdB 10
Nach Implantation eines Kardioverter-Defibrillators (ICD)wenigstens GdB 50
Ventrikuläre tachykarde Rhythmusstörungen im Kindesalter ohne ICDwenigstens GdB 60

Besteht eine andauernde Leistungsbeeinträchtigung des Herzens, sind die Rhythmusstörungen entsprechend zusätzlich zu bewerten.

Quelle: Anlage zu § 2 Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV), Teil B Nr. 9.1.6.
Kommentar

Vorhofflimmern und Herzrhythmusstörungen: Worauf kommt es beim GdB an?

Vorhofflimmern führt nicht automatisch zu einem bestimmten GdB. Maßgeblich sind Häufigkeit und Dauer der Episoden, hämodynamische Auswirkungen, subjektive Beschwerden und die verbleibende kardiale Leistungsfähigkeit.

Geräteversorgung mit Herzschrittmacher oder ICD hat eigene Tabellenwerte. Zusätzliche Herzerkrankungen sind im Funktionssystem Herz-Kreislauf in ihrer Gesamtwirkung zu bewerten.

GdB bei Vorhofflimmern

Bei paroxysmalem oder dauerhaftem Vorhofflimmern ist nicht allein die Diagnose ausschlaggebend. Entscheidend sind funktionelle Folgen wie Leistungsminderung, Schwindel, Synkopenneigung, Belastungsdyspnoe oder andere hämodynamische Auswirkungen.

Liegt keine andauernde Leistungsbeeinträchtigung des Herzens vor, orientiert sich die Bewertung an Häufigkeit, Dauer und subjektiver Beeinträchtigung der Anfälle.

Vorhofflimmern und Schwerbehinderung

Vorhofflimmern allein führt nicht automatisch zu einem Gesamt-GdB von 50. Eine Schwerbehinderung kommt insbesondere dann in Betracht, wenn zusätzlich eine erhebliche dauerhafte Leistungsbeeinträchtigung des Herzens oder eine ICD-Versorgung vorliegt oder weitere Gesundheitsstörungen den Gesamt-GdB entsprechend erhöhen.

Ein Herzschrittmacher ist nach Nr. 9.1.6 mit GdB 10 bewertet; ein ICD mit wenigstens GdB 50.

Herzschrittmacher: GdB 10 als Tabellenwert

Nach Implantation eines Herzschrittmachers sieht Teil B Nr. 9.1.6 einen GdB von 10 vor. Bestehen daneben weitere relevante Herzerkrankungen, sind deren funktionelle Auswirkungen zusätzlich im Funktionssystem Herz-Kreislauf zu berücksichtigen.

ICD / Kardioverter-Defibrillator: wenigstens GdB 50

Nach Implantation eines Kardioverter-Defibrillators bestimmt die VMG einen GdB von wenigstens 50. Weitere kardiale Funktionsbeeinträchtigungen können eine höhere Bewertung rechtfertigen.

Rechtsprechung zu Herzrhythmusstörungen, Herzschrittmacher und ICD

Gericht / Datum / AktenzeichenKernaussage
LSG Berlin-Brandenburg, 19.12.2024 – L 11 SB 286/23 Die Implantation eines Herzschrittmachers ist nach Teil B Nr. 9.1.6 mit GdB 10 bewertet; fachgesellschaftliche Änderungsvorschläge ersetzen die geltende VersMedV nicht.
LSG Baden-Württemberg, 03.12.2020 – L 3 SB 2455/20 B Rhythmusstörungen und Hypertonie sind im Funktionssystem Herz-Kreislauf in ihrer Gesamtwirkung zu betrachten; bei paroxysmalen Tachykardien sind Häufigkeit, Dauer und hämodynamische Relevanz maßgeblich.
Bundessozialgericht, 09.03.2023 – B 9 SB 1/22 R Im dortigen Ausgangsfall war ein ICD mit Einzel-GdB 50 berücksichtigt; das Revisionsurteil betrifft das Merkzeichen aG und ist keine eigenständige Leitentscheidung zur Höhe des ICD-GdB.

→ Zur Ziffer 9 Herz und Kreislauf